Autopflege-Ratgeber

Ratgeber und E-Book: Grundlagen der Autopflege

Neben der jährlichen Inspektion sowie einem schonenden Fahrstil kann man mit regelmäßiger und fachgerechter Autopflege für den Werterhalt seines Fahrzeugs sorgen. Bei der Autopflege die richtigen Mittel und Werkzeuge zu verwenden, ist eine Grundvoraussetzung für eine gelungene Autoaufbereitung. Es lohnt sich daher, sich eingehend mit dem Thema zu beschäftigen, bevor man sich für eine Pflegemethode entscheidet.

Bereits zu Beginn stellt sich die Frage nach der idealen Autopflege-Technik. Wer auf welche Methode setzt, hängt von mehreren Faktoren ab. Jedes Fahrzeug erfordert eine individuell zugeschnittene Pflege, und Fahrzeugbesitzer haben auch jeweils andere Ansprüche an Sauberkeit und Gründlichkeit. Welche Autopflege-Schritte man als erforderlich und welche als optional einstuft, ist also individuell. Nichtsdestotrotz wird generell von der Autowäsche in einer Waschanlage abgeraten, denn sie schadet oft mehr als sie nützt. Selbst Textil- und Nylonbürsten können den Autolack unwiderruflich beschädigen, so dass man ihn nur durch eine größere Investition und mit professioneller Hilfe wieder auf Vordermann bringen kann. Handwäsche gestaltet sich für viele zwar oft mühselig, doch sie hat ihre Vorteile: Die Lackoberfläche wird geschont und eine gründliche Reinigung und Pflege werden ermöglicht.

Hier die Vor- und Nachteile von Waschanlage, Waschbox und Handwäsche auf einen Blick:

Autopflege-Set für Einsteiger

Wasch-
anlage
Wasch-
box
Hand-
wäsche
Schonungsgrad Schlecht Mittel Gut
Lackbelastung Schlecht Mittel Gut
Reinigungsleistung Schlecht Mittel Gut
Bequemlichkeit Gut Mittel Schlecht
Umweltbelastung Gut Gut Mittel
Zeitaufwand Gut Mittel Schlecht
Chemieeinsatz Schlecht Mittel Mittel
Präzision Schlecht Mittel Gut
Wasserverbrauch ~150 l ~200 l ~300 l
Preis 7-17 € 7-10 € 5-8 €

Ganz gleich, ob die Aufbereitung des eigenen Fahrzeugs fester Bestandteil des Alltags ist oder nur gelegentlich verrichtet wird, sollte man sich im Vorfeld über die wesentlichen Techniken und die besten Mittel zur Autowäsche informieren. Nur so kann man sich eines optimalen Ergebnisses sicher sein und sich daran lange erfreuen.

Autowäsche von Hand – Schritt für Schritt

Eine fachgerechte Fahrzeugaufbereitung beginnt immer mit einer gründlichen und schonenden Handwäsche. Da nur saubere Lackoberflächen langfristig intakt bleiben und weiter aufbereitet werden können, ist dieser erste Arbeitsschritt besonders wichtig. Versucht man ein verschmutztes Auto zu polieren, entstehen Kratzer durch Schmutzpartikel. Zwar kann man solche Mikrokratzer und Swirls selbst bei gründlichster Handwäsche nicht gänzlich vermeiden, man kann aber ihre Entstehung effektiv minimieren.

Autopflege-Set für Einsteiger

Werkzeuge
  • 2 Eimer (jeweils min. 10 Liter Fassungsvermögen)
  • Hochdruckreiniger
  • Autoschwamm (nur zum Einschäumen)
  • 1-2 Microfaser-Waschhandschuhe
  • 1-2 Microfaser-Trockentücher
Pflegemittel
  • Rückfettendes Autoshampoo
  • Felgenreiniger-Spray
  • Detailer zum Kneten als Gleitmittel und zum Trocknen als Trocknungshilfe
  • Lackknete

1. Vorwäsche zur Grobschmutzentfernung

Eine gründliche Fahrzeugwäsche fängt mit der Vorwäsche an. Die Vorwäsche dient dazu, groben Schmutz vom Fahrzeug zu entfernen und hartnäckige Verschmutzungen aufzuweichen und abzuspülen. Optimale Werkzeuge zur Vorreinigung sind Hochdruckreiniger und Schaumpistole. Steht einem dieses Equipment nicht zur Verfügung, kann man statt eines Hochdruckreinigers auch einen Gartenschlauch benutzen, aus dem man das Wasser in einem scharfen Strahl auf das Fahrzeug richtet. Statt einer Schaumpistole kann man das Auto mit einem Schwamm einschäumen. Hierfür drückt man den Schwamm über dem Fahrzeug aus und lässt den Schaum auf das Auto fließen. Dies ist zwar mühsam, aber die Arbeit lohnt sich. Den Schaum kurz einwirken lassen und abspülen.

Vorreinigung mit Hilfe einer Schaumpistole zur Grobschmutzentfernung

  1. Schaumpistole vorbereiten, mit Shampoo-Wasser befüllen
  2. Trockenes Fahrzeug komplett einschäumen
  3. Bei Bedarf hartnäckigen Grobschmutz wie Insektenreste, Vogeldreck und Teer zusätzlich mit einem speziellen Vorreiniger einsprühen und diesen wirken lassen
  4. Felgen mit Felgenreiniger-Spray besprühen und nach Herstellerangaben einwirken lassen
  5. Nach kurzer Einwirkzeit des Vorreinigers das gesamte Fahrzeug mit einem Hochdruckreiniger vom Restschaum befreien
Autopflege: Schaumpistolen zur Grobschmutzentfernung gibt es in jeder guten Waschanlage.
Schaumpistolen zur Grobschmutzentfernung gibt es in jeder guten Waschanlage. Die Felgen können bei Bedarf mit Felgenreiniger-Spray behandelt werden.© jaruek – Fotolia.com

Hinweis zur Benutzung eines Hochdruckreinigers

Bei der Reinigung mit einem Hochdruckreiniger ist Vorsicht geboten, denn ein zu starker Wasserstrahl kann das Fahrzeug beschädigen. Am besten richtet man das Wasser in einem großen Winkel auf das Auto, so dass der Aufprall verringert wird. Zudem wird empfohlen, das Auto aus einer gewissen Distanz abzuspülen, um Schäden auf der Fahrzeuglackierung zu vermeiden. Man kann die Stärke des Wasserstrahls optimal einstellen, indem man diesen auf die eigene Hand richtet: ein Wasserstrahl, der Schmerzen verursacht, wird auch für das Fahrzeug zu stark sein.

2. Die Handwäsche

Für eine optimale und schonende Autowäsche gilt es, bei der Handwäsche die Zwei-Zonen-Methode anzuwenden. Durch die Zwei-Zonen-Methode wird vermieden, dass beim Waschen Grobschmutz von der stärker verschmutzten unteren Hälfte des Fahrzeugs nach oben gelangt und Kratzer verursacht. Bei der Zonenwäsche wird das Auto gedanklich rundherum in eine obere und eine untere Hälfte geteilt und in separaten Arbeitsschritten von oben nach unten gesäubert. Für beide Zonen sollte man separate Waschhandschuhe verwenden, um das Kratzerrisiko weiter zu verringern.

 Die Zwei-Zonen-Methode bei der Handwäsche – schonende Autowäsche.
Für eine optimale und schonende Autowäsche ist es empfehlenswert, bei der Handwäsche die Zwei-Zonen-Methode anzuwenden.© arrakasta – Fotolia.com

Neben der Zwei-Zonen-Methode ist die sogenannte “Zwei-Eimer-Technik” zu erwähnen. Dabei wird ein Eimer als Ausspüleimer verwendet und ein weiterer Eimer für die Autoshampoo-Lösung. Dies sorgt für ein deutlich geringeres Kratzerrisiko, da grobe Schmutzpartikel im Ausspüleimer landen und nicht mehrmals auf die Lackierung aufgetragen werden. Optimal wäre die Verwendung eines Grit-Guard-Bodensiebes, welches verhindert, dass Schmutzpartikel aufgewirbelt werden. Der Waschhandschuh sollte nach jedem Zug ausgespült, das Ausspülwasser je nach Verschmutzungsgrad regelmäßig ausgetauscht werden.

Autopflege-Tipps gegen tückische Verschmutzungen

  • Kaugummi auf dem Sitz

    Kaugummi kann man durch Einfrieren aushärten lassen und aus Polstern ausbürsten. Da man einen Autositz nicht so einfach in die Tiefkühltruhe bekommt, sollte man es lieber mit einem Eisspray aus der Apotheke oder mit Eiswürfeln in einer Plastiktüte versuchen. Beim Ausbürsten der verhärteten Verschmutzung sollte man vorsichtig arbeiten, um die Faserstruktur des Polsters nicht zu beschädigen.

  • Tierhaare auf Textiloberflächen

    Für die Beseitigung von Tierhaaren gibt es spezielle Gummibürsten. Stehen einem diese nicht zur Verfügung, kann man die Haare auch mit einem Gummihandschuh aus dem Polster schrubben. Aber auch eine über die Hand gezogene Nylonstrumpfhose leistet gute Dienste. Einfach damit über das Polster reiben, der Strumpf wird jedes Härchen aufnehmen.

  • Zigarettenrauch im Fahrzeuginnenraum

    Gegen unangenehme Gerüche im Fahrzeuginnenraum hilft entweder eine professionelle Ozonbehandlung oder ein bis zwei Schälchen frisch aufgebrühter Kaffeesatz auf Rücksitz und Cockpit. Stammen die Gerüche aus feuchten Polstern, sollte man ihnen auf den Grund gehen, anstatt sie zu überdecken, denn ein Schimmelbefall im Auto hat oft verheerende Folgen für alle Bauelemente und für die Gesundheit der Passagiere.

  • Vogeldreck auf der Autolackierung

    Entfernt man Vogelkot nicht sofort vom Auto, läuft man Gefahr, dass die empfindliche Oberfläche unwiderruflich verätzt wird. Da angetrockneter Vogeldreck sehr fest sitzt, darf man ihn nicht trocken abwischen. So würde man die Lackoberfläche zerkratzen. Besser ist es, man weicht den Fleck ein. Dafür bedeckt man ihn mit einem Stück Küchen- oder Zeitungspapier, das man vorher in Wasser getränkt hat. Nach ein paar Minuten sollte der Fleck gelöst und leicht mit einem Microfasertuch aufzunehmen sein. Man sollte die Stelle reichlich mit klarem Wasser abspülen, um auch kleinste Rückstände wegzuwischen. Versucht man Vogeldreck mit einem punktuell auf den Fleck gerichteten Hochdruckreiniger abzuspritzen, kann man die Lackschicht beschädigen. Festsitzende Reste lassen sich mit Reinigungsknete und Gleitmittel abtragen.

  • Baumharz und klebrige Pollen auf Autolacken

    Während bei klebrigen Pollen in der Regel eine gründliche Wäsche mit Vorreinigung hilft, kann man Baumharze oft nur durch anschließendes Kneten Lackoberfläche loswerden.

  • Kugelschreiberstrich am Dachhimmel

    Für die Beseitigung von Kugelschreiber- sowie Farbstiftstrichen bieten sich gleich mehrere Mittel an: Entweder versucht man es mit Polsterreiniger-Schaum und einer feinen Bürste, oder man nimmt ein mit Spiritus, Waschbenzin oder Glycerin befeuchtetes Tuch und reibt die Stelle damit sauber. Eventuell kann auch ein Schmutzradierer für Textiloberflächen helfen. Man sollte jegliche Reiniger zuerst in versteckten Ecken ausprobieren, um Flecken an sichtbaren Stellen zu vermeiden.

  • Schweißgeruch am Sicherheitsgurt

    Beim Schweißgeruch im Sicherheitsgurt sollte man den Gurt abmontieren und in einem Eimer mit lauwarmem Shampoo-Wasser sowie einer weichen Bürste säubern. Da durch die Reinigung die Versiegelung des Gurtes abgetragen wird, sollte man den Gurt nach dem Trocknen imprägnieren. Ein Besprühen des Gurtes mit Parfüm oder geruchsneutralisierendem Spray ist gegen strengen Schweißgeruch nutzlos.

Weitere Reinigungs- und Smart-Repair-Tipps finden Sie hier.

3. Abspülen

Nach der Behandlung mit dem Waschhandschuh muss der Wagen abgespült werden. Hierfür benötigt man keinen Hochdruckreiniger. Das beste Ergebnis erreicht man mit einem stumpfen Wasserstrahl aus einem Gartenschlauch oder einer Gießkanne. Man sollte das Fahrzeug von oben nach unten abspülen. So sammelt sich relativ wenig Restwasser auf dem Wagen und es entstehen keine Kalkränder.

4. Kneten

Autopflege für Profis: Die Behandlung des Lacks mit Lackknete.
Um bei der Autowäsche den Autolack bis ins Letzte zu säubern, sollte man ihn vor dem Abtrocknen mit Lackknete behandeln. Das ist Autopflege für Profis.© jitchanamont – Fotolia.com

Da jede Lackoberfläche relativ weich ist, können scharfe Staubpartikel wie Eisenstaub in sie eindringen und sich dort festsetzen. Diese festsitzenden Partikel kann man selbst durch eine gründliche Wäsche leider nicht entfernen. Will man den Autolack bis ins Letzte säubern, sollte man ihn vor dem Abtrocknen mit Lackknete behandeln. Die Lackknete ist eine spezielle synthetische Knete, welche Verunreinigungen aufnimmt, ohne dabei die obere Lackschicht abzutragen. Wegen dieser Eigenschaft eignet sie sich für diese frühe Reinigungsphase besser als eine Autopolitur, welche die oberste Lackschicht abschleift, und gehört in jedes Autopflege-Set. Lackknete kann anders als Politur natürlich keine Kratzer beseitigen.

Lackknete entfernt auch die kleinsten Verunreinigungen und sorgt dadurch für eine wirklich saubere Oberfläche, die man einfach mit einem Trockentuch abtrocknen kann, ohne dabei feine Schmutzpartikel über den Lack zu ziehen. Aber nicht nur zur Vorbeugung gegen Kratzer wird Lackreinigungsknete eingesetzt. Eisenstaubpartikel in der Lackierung korrodieren mit der Zeit und verursachen zunächst kleine Rost-Punkte, die im schlimmsten Fall zu größeren Korrosionsschäden führen können.

Lackknete wird in Kombination mit einem Gleitmittel (Spezial-Detailer für Kneten) verwendet, der dafür sorgt, dass die Knete mit möglichst wenig Reibung über den Autolack gleitet und so keine Kratzer verursacht.

Über die fachgerechte Verwendung der Lackknete erfahren Sie mehr in unserem Gratis-E-Book.

5. Abtrocknen

Anstatt das Fahrzeug von allein trocknen zu lassen oder trockenzufahren, wird empfohlen, es von Hand abzutrocknen. So bilden sich keine störenden Wasserränder. Zur Lacktrocknung sollte man besonders saugfähige Microfaser-Trockentücher oder Saugschwammtücher verwenden. Für einen perfekten Glanz sorgen spezielle Trockenhilfen, die sogenannten Detailer, die man nach Herstellerangaben auf dem nassen Fahrzeug verteilt und abwischt. Die bereits getrockneten Flächen sollte man mit gewendetem Trockentuch noch einmal nachwischen, um Hologramme zu vermeiden. Beim Abtrocknen gilt natürlich auch, die Zwei-Zonen-Methode mit separaten Tüchern einzusetzen.

Tipps und Tricks zur Handwäsche

  • Nur kühle Lackoberflächen waschen, das Fahrzeug im Schatten waschen und trocknen
  • Beim Waschen und Abspülen ausreichend Wasser verwenden
  • Nur spezielle, rückfettende Autoshampoos benutzen, niemals Spülmittel aus dem Haushalt
  • Bei Wind Fahrzeug nicht draußen waschen
  • Lackoberflächen statt mit Bürsten (wie es in einer Waschanlage oft passiert) mit extra weichen Microfasertüchern reinigen
  • Waschhandschuhe während der Arbeit auf Schmutzpartikel kontrollieren und diese beseitigen
  • Hartnäckige Verschmutzungen niemals abkratzen, sondern einweichen und mit Lackknete aufnehmen
  • Sowohl beim Waschen als auch beim Kneten und Trocknen mit geringem Druck arbeiten
  • Mit einer Plastiktüte über der Hand kann man das Auto nach festsitzendem Schmutz abtasten. Durch die Tüte kommt fettige Haut nicht mit dem Lack in Berührung.
  • Grobschmutz wie Schlamm, Vogeldreck und Insektenreste sofort abwischen, sonst können sie den Lack beschädigen. Eine Anleitung finden Sie hier.

Fahrzeug-Außenaufbereitung – von den Felgen bis zum Autolack

Nach einer gründlichen und schonenden Fahrzeugwäsche – ob von Hand oder in einer Waschanlage – kann man sich der zusätzlichen Reinigung von einzelnen Bauteilen zuwenden. Ähnlich wie bei der allgemeinen Autowäsche sollte man hier auch systematisch und nur mit hochwertigen und schonenden Mitteln und Werkzeugen arbeiten.

Reinigung und Pflege von Reifen, Felgen und Radkasten

Pflege der Gummireifen

Reifen gehören zweifelsfrei zu den am meisten beanspruchten Bauteilen eines Fahrzeugs. Dennoch bekommen sie in der Regel die wenigste Zuwendung bei der Autopflege. Wozu die Reifen reinigen, wenn sie beim Fahren gleich wieder schmutzig werden? Reifen müssen auch unter extremen Bedingungen wie hoher Temperatur, hoher Geschwindigkeit und hoher Reibung sowie hohem Druck noch fehlerfrei funktionieren. Schenkt man ihnen ab und zu etwas Aufmerksamkeit, bleiben sie länger intakt. Zudem tragen gut gepflegte schwarze Reifen auch zur Optik eines Fahrzeugs bei.

Reinigung von Felgen und Reifen ohne Hochdruckreiniger.
Bei der Reinigung von Felgen und Reifen wird davon abgeraten, Hochdruckreiniger zu verwenden. Schonender ist die Reinigung mit einer Bürste.© photoiron – Fotolia.com

Generell wird davon abgeraten, Reifen mit einem Hochdruckreiniger zu säubern. Der starke Strahl tut dem Reifen, in dem Hochdruck herrscht, nicht gut. Besser ist es, die Reifen mit Bürste und Shampoowasser schonend zu reinigen. Sind die Reifen getrocknet, kann man sie zusätzlich mit einem glycerinhaltigen, nachfettenden Mittel pflegen oder einfach mit Schuhcreme einreiben. Kommt ein Hochdruckreiniger bei der Reifenwäsche doch zum Einsatz, ist folgendes zu beachten:

  • Eine breitstrahlende Düse verwenden
  • Wasser in einem Winkel von 30-40 Grad auf die Reifen richten
  • Den Wasserstrahl ständig bewegen, nie auf einen Punkt richten
  • Zwischen Hochdruckreiniger-Düse und Reifen mindestens 30 Zentimeter Abstand halten

Felgenreinigung

Eingebrannter Bremsstaub ist die häufigste und hartnäckigste Verschmutzung, mit der man bei der Felgenreinigung zu tun hat. Bei Felgen mit einer Klarlackschicht kann diese Art von Verunreinigung tief ins Material eindringen. Oft werden hier deswegen spezielle Mittel und Werkzeuge bei Reinigung und Versiegelung benötigt. Bei der Felgenreinigung sollte man die Einwirkzeit der Reinigungsmittel beachten, um Flecken und Verfärbungen zu vermeiden.

  • Stahlfelgen sowie die dazugehörigen Radkappen lassen sich mit einfachem Shampoowasser und Felgenbürste oder Schwamm säubern. Stärkere Felgenreiniger müssen in der Regel nur bei extrem haftender Verschmutzung zum Einsatz kommen. Gegen Korrosion helfen Stahlfelgen-Versiegelungen wie öle und Wachs.
  • Alufelgen lassen sich mit haftendem, gelförmigem Felgenreiniger und mit weichen Felgenbürsten optimal reinigen. Punktuelle Verunreinigungen kann man mit Lackknete und Gleitmittel beseitigen. Eine anschließende Konservierung verhindert die unmittelbare Ablagerung vom Schmutz. Neben professionellen Präparaten kann man bei Alufelgen auch mit Haushaltsmitteln wie Mehl und Backofenreiniger gute Ergebnisse erzielen.
  • Polierte Alufelgen sollte man ausschließlich mit den mildesten Reinigern und den weichsten Werkzeugen pflegen, um Kratzer und Verfärbungen zu vermeiden. Politur und Versiegelung sind hier selbstverständlich auch essenziell.
  • Bei der Reinigung von Chromfelgen gilt ebenso: Nur milde Reiniger und weiche Schwämme oder Pinsel dürfen zum Einsatz kommen. Hat man mit hartnäckigen Verschmutzungen zu tun, so sollte man die Felgenreinigung lieber mehrmals in kurzen Schritten und mit milden Mitteln durchführen als auf einmal mit starken Chemikalien.

Mehr zum Thema Felgenreinigung gibt es in unserem Gratis-E-Book.

Radkasten-Reinigung

Der Reifenwechsel im Frühjahr und im Herbst bietet optimale Gelegenheit für die Reinigung und Versiegelung der Radkästen. Aber auch sonst sollte man diesen Bauteil im Auge behalten, denn hier kann sich viel Dreck sammeln und langfristig ablagern, was zu Rostschäden führen kann.

Radkästen lassen sich entweder vorsichtig mit einem Hochdruckreiniger oder mit einer Bürste oder einem Schwamm und Allzweckreiniger säubern. Hier ist eine anschließende Versieglung ausschlaggebend, denn diese verhindert, dass Schmutz haften bleibt, und sorgt so langfristig für Korrosionsschutz an schwer zu reinigenden Stellen. Je nachdem, mit welchem Material man es zu tun hat, eignen sich hierfür entweder Lack- oder Kunststoffversiegelungen oder aber eine Hohlraumversiegelung.

Lackpflege – sanfte Reinigung, schonende Handpolitur und schützende Lackkonservierung

Bei der Lackpflege steht der Erhalt einer intakten Lackschicht an erster Stelle. Dazu gehört zunächst eine gründliche und schonende Wäsche. Es ist essenziell, vor allem grobe oder ätzende Verunreinigungen wie zum Beispiel Vogeldreck, Teer und Baumharz möglichst in kürzester Zeit vom Lack zu wischen, um Schäden vorzubeugen. Bei der Wäsche von Lackoberflächen sollten jedes Mal reichlich Wasser und extra weiche Werkzeuge zum Einsatz kommen, denn eine gute Nassreinigung ist die Grundlage für eine erfolgreiche und kratzerfreie Lackaufbereitung.

Mit der Wäsche für Schritt ist eine gründliche Lackreinigung aber noch lange nicht getan. Da nur spiegelglatte Oberflächen weiter aufbereitet, das heißt poliert und versiegelt werden können, sollte man Lackoberflächen nach der Wäsche mit Lackknete und Gleitmittel vollständig von jeglicher Verschmutzung befreien. Verschmutzungen, die erst bei der Autopolitur vom Lack gelöst werden, verursachen tiefe und grobe Kratzer! Deshalb ist in der Vorbereitungsphase gründliches Arbeiten entscheidend.

Neufahrzeuge pflegen und schützen

  • Neufahrzeuge erfordern eine besonders schonende Autopflege, bei der es vieles zu beachten gilt. Es ist zunächst geboten, die Lackierung des Autos zu schützen und vor Schäden, die durch unsachgemäße Aufbereitung entstehen, zu bewahren. In diesem Sinne sollten Neufahrzeuge in den ersten 30 Tagen nicht aufbereitet werden. Die Werkslackierung benötigt ungefähr so viel Zeit, um vollständig auszuhärten. Erst nachher darf sie versiegelt werden.
  • Losen Feinstaub entfernt man zunächst mit einem speziellen Baumwollfeger aus dem Fachhandel, der leicht mit Wachs benetzt ist. Anschließend kann man auf der Lackoberfläche eine sogenannte Trockenwäsche anwenden, um Wasserflecken und Fingerabdrücke schonend zu beseitigen. Diese erfolgt mithilfe eines Detailers, also eines Spezialprodukts für Trockenwäsche, und eines Microfasertuchs. Um den Autolack zu schützen, fahren Sie mit Ihrem Neuwagen nie in eine Waschanlage!
  • Ist der Autolack durchgehärtet, kann man ihn versiegeln. Nur eine staubfreie Oberfläche darf jedoch weiter behandelt werden. Bereits festsitzenden Schmutz kann man durch Einweichen mit milder Autoshampoo-Lösung und Aufnehmen mit extra weichen Microfasertüchern oder mit Lackknete vom Lack lösen. Sind bereits Haarlinienkratzer zu erkennen, sollte man diese vor der Versiegelung durch eine besonders milde Autopolitur ausbessern.
  • Aber nicht nur von außen sollte das Fahrzeug geschont werden. Auch im Innenraum gilt: Erst nach vier Wochen, wenn die chemischen Reaktionen von Klebstoffen abgeschlossen sind, säubern und versiegeln. Eine Ausnahme bilden hier Ledersitze, die man von Anfang an vor der Abnutzung schützen sollte.

Lackreinigung

Nach dem Kneten wird die Lackoberfläche auf Kratzer und Unebenheiten untersucht. Sind diese in einer Vielzahl vorzufinden, sollte man eine Lackreinigung durchführen. Hier muss man wissen, dass bei der Lackreinigung allgemein auch ein Abtrag des Lacks stattfindet. Da moderne Lackschichten dünner als ein Millimeter sind, muss man bei der Lackreinigung sehr vorsichtig vorgehen, um möglichst wenig Lack während der Arbeit abzutragen. Lackreiniger enthalten Schleifmittel, mit denen man stets nur kleinflächig und nur auf kühlen Oberflächen arbeiten sollte. Trocknet der Lackreiniger an, sollte man ihn nicht weiter verarbeiten, sondern abspülen. Mit Lackreiniger und Lackreinigungsschwamm arbeitet man immer in entgegengesetzter Richtung zu den Kratzern und niemals in Kreisbewegung.

Autopolitur

Weist die gesäuberte Lackoberfläche keine gravierenden Kratzspuren auf, reicht eine sanfte Politur, um lackierte Teile aufzufrischen. Will man ein Auto polieren, sollten nur schonende und hochwertige Werkzeuge und Poliermittel zum Einsatz kommen. Dabei kann man entweder eine Handpolitur anwenden oder mit einer Auto-Poliermaschine arbeiten. Während eine Autopolitur von Hand auch Anfängern gelingt, erfordert die Bedienung einer Auto-Poliermaschine viel Erfahrung und handwerkliches Geschick.

Handpolitur einer sauberen Lackoberfläche:
  • Poliermittel auf den Polierschwamm geben
  • Lackoberfläche mit leichtem Druck und mit geraden, sich überschneidenden Bewegungen polieren
  • Nur einen kleinen Teil der Lackoberfläche auf einmal behandeln
  • Bei jedem neuen Bereich ein wenig Poliermittel auf den Polierschwamm geben
  • Poliermittel vor dem Antrocknen mit einem weichen, leicht feuchten Microfasertuch abwischen
  • Den Vorgang überall mit einem deutlich weicheren Polierschwamm wiederholen, quer zu vorigen Spuren arbeiten
  • Wagen mit einem leicht feuchten Microfasertuch abwischen, abtrocknen und versiegeln

Man sollte – ähnlich wie bei der Lackreinigung – nur kleine Bereiche auf einmal bearbeiten. Der Grund: Trocknet das Poliermittel an, kann man es nur durch größeren Druck aufpolieren, was wiederum feine Kratzer verursacht. Mehr zum Thema “Auto polieren” in unserem Gratis-E-Book.

Lackversiegelung

Der letzte Schritt der Lackpflege ist die Lackversiegelung, auch Lackkonservierung genannt. Eine Lackversiegelung schützt das Auto und erleichtert seine Pflege. Auf versiegelten Lackoberflächen können Verschmutzungen nicht haften bleiben und den Lack angreifen. Zu beachten bei der Auswahl des richtigen Mittels zur Lackversiegelung ist, wie das zu schützende Fahrzeug benutzt wird. Wird es nur auf kurzen Strecken mit geringer Geschwindigkeit gefahren und oft gepflegt, reicht auch eine dünnere Lackversiegelung aus Autowachs aus, die einfacher zu verarbeiten ist. Wird das Fahrzeug hingegen auf langen Strecken mit hohem Tempo gefahren und relativ selten aufbereitet, benötigt es eine stärkere Konservierung. Zum Glück gibt es für jeden Bedarf die passenden Versiegelungsprodukte. Hier ein überblick:

Versiegelungsprodukte
Autowachs Chemische Lack-
Versiegelung
Nano-
Versiegelung
einfache Verarbeitung einfache Verarbeitung aufwendige Verarbeitung
füllt dank ihrer Textur kleine Kratzer auf geringer Auffülleffekt füllt Haarlinien-Kratzer minimal auf
wird durch Wäsche abgetragen längere Wirkung und eine gute mechanische Haltbarkeit bleibt bis zu einem Jahr lang haften
muss in kurzen Abständen wiederholt werden nur auf perfekt aufpolierten Oberflächen anzuwenden erfordert makellose Vorarbeit

Weitere Informationen zu den Themen “Lackpflege” und “Nanoversiegelung” finden Sie in unserem kostenlosen E-Book. Lesen Sie außerdem, wie Sie eine Auto-Poliermaschine bedienen und wozu ein Smart-Repair-Set gut ist.

Über Microfasertücher bei der Autopflege

Microfasertücher sind bei der Autopflege die vielleicht am häufigsten verwendeten Werkzeuge, sie dürfen in keinem Autopflege-Set fehlen. Es handelt sich bei ihnen um Tücher aus sehr dünnen Synthetikfasern, die eine enorme Dichte aufweisen. Hochwertige Modelle zeichnen sich durch hervorragende Eigenschaften aus, weshalb sich ihre Anschaffung trotz des höheren Preises lohnt. Qualitativ hochwertige Microfasertücher sind:

  • extra weich, dick, flauschig und schonend
  • extrem saugfähig
  • langlebig
  • einfach zu reinigen

Auch die Modellvielfalt ist beachtlich. Microfasertücher gibt es in diversen Ausführungen mit spezieller Eignung je nach Art der Autopflege:

Microfaser-Trockentuch Microfaser-Glastuch Microfaser-Auftragtuch Microfaser-Reinigungstuch Microfaser-Poliertuch
Von oben nach unten: Microfaser-Trockentuch, Microfaser-Glastuch, Microfaser-Auftragtuch, Microfaser-Reinigungstuch, Microfaser-Poliertuch © geografika – Fotolia.com

Selbst wenn man nicht für jede Oberfläche ein separates Tuch nimmt, empfiehlt es sich, unterschiedlich verschmutzte Bauteile mit verschiedenen Tüchern zu säubern. Auch sollten die Tücher möglichst weiche – im Idealfall gar keine – Ränder haben. Scharfe Umrandungen könnten Haarlinienkratzer (Swirls) verursachen.

Bei der Wäsche von Microfasertüchern ist folgendes zu beachten:

  • Sie lassen sich mehrmals reinigen, ohne Schaden zu nehmen
  • Sie können in der Waschmaschine sogar bei 90 Grad gewaschen werden
  • Weichspüler dürfen dabei nicht verwendet werden, da diese eine Schicht um die feinen Microfasern bilden, wodurch deren gute Eigenschaften verloren gehen
  • Sie sollten nicht mit anderen Textilien gewaschen werden, da sie leicht Fusseln aufnehmen

Glasscheiben und Scheinwerfer

Die Sauberkeit von Windschutzscheibe und Heckscheibe sowie der Seitenscheiben und der Scheinwerfer ist Voraussetzung für eine sichere Fahrt. Schon allein aus diesem Grund ist es essenZiell, diese Glasoberflächen durch regelmäßige Reinigung und Pflege stets sauber zu halten.

Zwar sind Glasscheiben weniger empfindlich als Lackoberflächen, bei ihrer Reinigung ist aber auch Vorsicht geboten. Schließlich können auch hier schnell Kratzer entstehen, wenn man Verschmutzungen über die Oberfläche zieht. Dementsprechend sollte man vor der Reinigung der Windschutz-, Seiten- und Heckscheiben sowie der Scheinwerfer diese auf angetrocknete, festsitzende und eingebrannte Schmutzpartikel untersuchen. Hierfür zieht man am besten eine Plastiktüte über die Hand und ertastet so die Unebenheiten auf der Scheibe. Sind Verschmutzungen lokalisiert, kann man sie mithilfe von Reinigungsknete und Detailer oder Autoshampoo-Wasser entfernen. Anschließend werden die Oberflächen mit Glasreiniger wie folgt gereinigt:

  • Anstatt die Scheiben mit kreisenden Bewegungen zu waschen und zu polieren, sollte man systematisch vorgehen. Wischt man die Scheiben zum Beispiel von innen waagerecht und von außen senkrecht, kann man später leicht erkennen, welche Seite im Fall von Putzstreifen nachbehandelt werden muss.
  • Nicht nur die Scheiben selbst, sondern auch die Scheibenwischer sollten gesäubert werden. Hierfür nimmt man am besten Spezialmittel für Gummibauteile.
  • Nach der Reinigung kann man die Glasoberflächen auch zusätzlich versiegeln. Hier ist jedoch von einer Lackversiegelung auf Silikonbasis abzuraten. Besser ist eine Nanoversiegelung, die einen längeren Abperleffekt garantiert.

Kunststoff-, Chrom- und Gummibauteile im Außenbereich

Neben Glas- und Lackoberflächen befinden sich auf den meisten Fahrzeugen auch Kunststoff-, Chrom- und Gummibauteile im Außenbereich. Diese teillackierten Oberflächen wie Stoßstangen, Leisten und Formteile sind relativ weich und daher sehr empfindlich sowohl gegen chemische als auch gegen mechanische Einwirkungen. Einem Verspröden und Ausbleichen kann man durch regelmäßige Pflege und mit den passenden Kunststoff-, Chrom- und Gummi-Pflegemitteln aus dem Fachhandel vorbeugen.

Kunststoffbauteile

Kunststoffbauteile im Außenbereich sollte man zunächst gründlich vom Schmutz befreien. Hierfür verwendet man am besten spezielle Kunststoff- oder Universalreiniger und einen kleinen, weichen Schwamm oder eine kleine weiche Bürste. Kurz nach der Behandlung sollte man Reste des Reinigungsmittels mit einem sanften Baumwolltuch aufnehmen. Ausgebleichte Kunststoffteile kann man mit speziellen Kunststoff-Färbemitteln wieder auf Vordermann bringen.

Chrombeschichtete Elemente

Chrombeschichtete Zierteile wie Embleme, Schriftzüge und Leisten erfordern eine präzise und sanfte Pflege. Am besten nimmt man stets den mildesten Reiniger wie Spezial-Politurpasten und die weichsten Werkzeuge wie Polierwatte für ihre Behandlung. Bei der Arbeit mit Metallpolituren sollte man stets darauf achten, dass diese nicht auf lackierte Fahrzeugteile geraten. Es wird empfohlen, die Autopolitur immer in kleinen Mengen und mit entsprechend kleinen Werkzeugen wie Applikatoren und Mini-Bürsten aufzutragen.

Gummidichtungen

Für die Reinigung von Gummidichtungen verwendet man am besten rückfettende Gummipflegemittel auf Glycerin-Basis oder Glycerin aus der Apotheke. Von Silikonreinigern wird abgeraten, da diese einen klebrigen Film hinterlassen und Autolacke langfristig beschädigen können. Nach der Reinigung und anschließendem Abtrocknen mit einem Microfasertuch sollte man Gummidichtungen mit qualitativ hochwertigen Gummi-Pflegemitteln behandeln. Wer hier auf Hausmittel zurückgreifen möchte, kann Dichtungen mit Olivenöl einreiben. Im Winter schützt eine zusätzliche Vaseline-Schicht Gummiteile vor Frostschäden.

“Dos and Don’ts” der Autopflege
  • Es empfiehlt sich, bei der Autoaufbereitung immer auf Microfasertücher zurückzugreifen. Viskoseschwämme oder sonstige Schwämme aus dem Haushalt eignen sich nicht zur Autopflege. Sie schließen Schmutzpartikel zwar ein, geben diese beim Ausspülen jedoch nicht ab. Der im Schwamm festsitzende Schmutz verursacht Mikrokratzer auf der Lackierung.
  • Silikonabzieher und Autoleder sind für das Abtrocknen des Fahrzeuges nicht geeignet. Diese Werkzeuge schieben das Wasser sowie die feinen Schmutzpartikel über das Auto, anstatt sie aufzunehmen. Spezielle Microfaser-Trockentücher sind hingegen die ideale Wahl.
  • Zur Autowäsche sollte man keine Spülmittel aus dem Haushalt verwenden. Diese verfügen über eine starke Fettlösekraft und können so eine schützende Konservierungsschicht, zum Beispiel in Form von Autowachs, abtragen. Außerdem können Spülmittel Gummidichtungen angreifen, welche dann porös werden.
  • Tragen Sie bei der Autopflege keine Ringe, Uhren und Gürtel, um das Kratzerrisiko weiter zu verringern.

Autoinnenreinigung – Autopflege-Tipps für den Fahrzeuginnenraum

Kunststoffbauteile

Auf Kunststoffoberflächen im Fahrzeuginnenraum wie etwa dem Cockpit sammelt sich schnell Staub. Dieser lässt sich relativ leicht mittels Microfasertuch oder -staubbürste beseitigen. Um die statische Aufladung von Kunststoffbauteilen und somit das Absetzen von Staub zu reduzieren, sollte man ein Kunststoff-Pflegemittel anwenden. Dieses schützt den Kunststoff auch vor UV-Strahlen und entfernt fettige Spuren.

Für die Säuberung der kleinen verwinkelten Bauteile im Armaturenbereich gibt es spezielle Staubbesen, die auch in die kleinsten Ritzen passen und Staub effektiv aufnehmen und einschließen. Lüftungsgitter kann man zusätzlich mit einer speziellen Hygienereiniger-Masse sterilisieren.

Wichtig ist, dass kein Glasreiniger bei der Kunststoff-Pflege zum Einsatz kommt, da dieser den Kunststoff auf Dauer brüchig werden lässt.

Textiloberflächen

Polster im Fahrzeuginnenraum sind relativ pflegeleicht und strapazierfähig. In der Regel lassen sie sich gut mit einem Staubsauger sowie entsprechenden Polsterreinigern und Schwämmen, Bürsten und Tüchern säubern. Wer Autositze reinigen möchte, sollte wie folgt verfahren:

  • Zunächst saugt man Textiloberflächen gründlich ab.
  • Anschließend besprüht man sie mit Polsterreiniger-Schaum und arbeitet diesen mit einem weichen Werkzeug in die Fasern ein. Hier sollte man schonend in Faserrichtung arbeiten. Die Sitze dürfen nur leicht befeuchtet, aber nicht durchnässt werden. Bei der Reinigung von Polstern wird empfohlen, möglichst großflächig zu arbeiten. So kann man Farbunterschieden und Wasserrändern vorbeugen. Angetrocknete Wasserränder lassen sich mit einer 4:1-Mischung aus Wasser und Essigessenz effektiv beseitigen.
  • Nach vollständiger Trocknung kann man die Oberflächen imprägnieren und sie somit vor Feuchtigkeit und UV-Strahlen schützen. Bei hartnäckigen Verschmutzungen hilft ein Nasssauger, der Reinigungsmittel tief in die Faserstruktur der Polster befördert, um sie mit dem gelösten Schmutz wieder aufzusaugen.

Dünne Textilbespannungen am Himmel und an den Türinnenseiten lassen sich mit einem weichen Baumwolltuch schonend säubern. Um angetrockneten Wasserrändern vorzubeugen, sollte man den Polsterreiniger nicht direkt auf die zu säubernde Stelle sprühen, sondern auf das Tuch, mit dem man ihn einarbeitet.

Lederpflege

Lederbezogene Sitze und andere Lederelemente im Fahrzeuginnenraum sind optisch besonders ansprechend, aber leider auch sehr pflegeintensiv. Besonders Ledersitze und mit Leder überzogene Lenkräder und Gangschaltungen sind einer hohen – eventuell sogar täglichen – Belastung ausgesetzt: Sie müssen Reibung, Nässe und Hitze standhalten. Es lohnt sich, Lederausstattung von Anfang an zu pflegen und zu schützen, um späteren Schäden und Abnutzungen vorzubeugen. Während bei Neufahrzeugen eine Lederversiegelung meist effektiv gegen mechanische und chemische Einwirkungen hilft, hat man bei älteren Ledersitzen und anderen beanspruchten Lederbauteilen einen größeren Pflegeaufwand.

Bei der Lederpflege unterscheidet man Oberflächen- und Tiefenpflege. Während Oberflächenpflege gegen äußere Einwirkungen wie Feuchtigkeit und Sonne schützt, unterstützt Tiefenpflege die Struktur des Leders von innen.

Die Schritte bei einer Leder-Oberflächenpflege:

  1. Lederbezug von losen Schmutzpartikeln durch Saugen restlos befreien
  2. Baumwolltuch leicht in lauwarmem Wasser anfeuchten und gut auswringen, mit Reinigungsschaum besprühen
  3. Leder mit dem feuchtem Baumwolltuch abreiben
  4. Die gesäuberte Stelle direkt mit einem trockenen Baumwolltuch abtrocknen
  5. Lederversiegelung auftragen

Der Vorgang einer Leder-Tiefenpflege

  1. Lederbezug von losen Schmutzpartikeln durch Saugen restlos befreien
  2. Baumwolltuch leicht in lauwarmem Wasser anfeuchten und gut auswringen, mit Reinigungsschaum besprühen
  3. Leder mit dem feuchtem Baumwolltuch abreiben
  4. Die gesäuberte Stelle direkt mit einem trockenen Baumwolltuch abtrocknen
  5. Lederpflege auftragen und nach kurzer Einwirkzeit abreiben
  6. Oberfläche versiegeln

Die häufigsten Lederschäden und wie man sie behandelt:

  • Abrieb

    Besonders auf Sitzflächen, Sitzwangen, Lenkrad und Schalthebel nutzen sich Lederbezüge schnell ab. Hier bietet nur eine regelmäßige Tiefenpflege mit anschließender Versiegelung eine langfristige Lösung.

  • Abfärbung und Farbablösung

    Während Abfärbungen von Jeans und dunkler Lederkleidung, die tief in die Struktur des Ledersitzes eingedrungen sind, oft gar nicht oder nur mit Spezialprodukten zu entfernen sind, kann man Farbablösungen auf alten Lederelementen relativ mühelos durch Tönung wieder ausbessern.

    Tipp bei Verfärbungen auf hellen Ledersitzen: Echte Marseille Seife in warmem Wasser auflösen, Microfasertuch mit der Lösung durchfeuchten, gut auswringen und den Sitz damit abwischen. Echte Marseille Seife reinigt nicht nur, sie pflegt auch und verhindert so, dass das Leder brüchig wird.

  • Risse

    Risse auf Ledersitzen werden entweder von Kleidung oder durch eine unregelmäßige oder unsachgemäße Pflege verursacht. Wer seine Ledersitze schonen möchte, der achtet zum einen darauf, dass keine metallenen Kleidungsstücke und Modeaccessoires mit den Ledersitzen in Berührung kommen. Zum anderen ist eine regelmäßige Leder-Tiefenpflege mit rückfettenden ölen zu empfehlen. Weist der Ledersitz bereits Risse auf, kann man versuchen, Glattlederoberflächen mit Flüssigleder zu reparieren.

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Holz und Metall

Bau- und Zierteile aus Holz und Metall im Fahrzeug-Innenraum sollten besonders schonend gereinigt und gepflegt werden, da sie leicht zerkratzt werden können. Für ihre Reinigung eignen sich Holz- bzw. Metallpolituren aus dem Fachhandel oder dem Drogeriemarkt sowie weiche Baumwoll- und Microfasertücher. Man sollte auf diesen empfindlichen Oberflächen immer mildeste Mittel verwenden, die man nach dem Auftragen gleich mit einem sauberen Tuch wieder abwischt und aufpoliert.

Glas

Windschutz- und Heckscheiben sowie Seitenfenster und Rückspiegel sollten auch von innen gesäubert werden. Dies passiert am besten mit einem Glasreiniger und einem speziellen Microfaser-Glasreinigungstuch. Hat man Glasoberflächen bei der Außenaufbereitung waagerecht oder senkrecht gesäubert, sollte man sie von innen in der entgegengesetzten Richtung putzen. So sieht man im Nachhinein sofort, welche Seite eventuell noch nachbearbeitet werden muss.

Autoaufbereitung zur Winterzeit

Noch vor der ersten richtigen Kältewelle sollte man sein Auto winterfest machen. Jetzt heißt es: Vorkehrungen treffen. Mit dem Wechsel zu Winterreifen ist es noch längst nicht getan. Viele weitere Aufgaben kommen auf gewissenhafte Autobesitzer zu.

Vorbereitende Fahrzeugaufbereitung

Hier unsere Winter-Checkliste

  • Winterreifen aufziehen
  • Batteriecheck
  • Beleuchtungstest
  • Scheibenwischerkontrolle
  • Nachfüllen von Frostschutzmitteln
  • Türschloss-Enteiser besorgen
  • Luftfilter kontrollieren und gegebenenfalls austauschen
  • Lackoberflächen, Gummidichtungen und Glasscheiben reinigen und versiegeln

Autopflege-Maßnahmen im Hochwinter

Solange noch Plusgrade herrschen, lohnt es sich, das Fahrzeug regelmäßig von den typischen Winterablagerungen wie Matsch und Streusalz zu befreien. In Kombination mit hoher Luftfeuchtigkeit greifen diese nicht nur die Lackoberfläche, sondern auch die Karosserie an.

Eine besondere Pflege benötigen jetzt auch Gummidichtungen, die schnell gefrieren und porös werden können. Sie sollten regelmäßig trocken gerieben und mit speziellen Gummipflegemitteln auf Hirschtalg- oder Glycerin-Basis behandelt werden, um temperatur- und feuchtigkeitsbedingte Beschädigungen sowie das Einfrieren der Türen zu verhindern. Pflegemittel auf Silikon-Basis sind hier nur bedingt zu empfehlen, da diese Schmutz anziehen und die Autolackierung angreifen.

Fallen die Temperaturen unter den Gefrierpunkt, ist von einer Autowäsche jeglicher Art dringend abzuraten. Wasser kann in den Hohlräumen der Karosserie gefrieren und im schlimmsten Fall ernste Schäden wie Korrosion verursachen. Experten raten dazu, eher eine “gesunde Dreckschicht” auf dem Wagen zu lassen, als Kratzer und Frostschäden zu riskieren.

Fahrzeugaufbereitung im Frühjahr

Am Winterende ist eine umfangreiche Reinigung und Aufbereitung des Autos essenziell. Die Mischung aus geschmolzenem Schnee und Streusalz bildet schnell hartnäckige Krusten, die es spätestens jetzt schnellstens zu entfernen gilt. Hierfür sollte man die Verkrustungen zunächst mit einem Hochdruckreiniger abspülen. Versucht man hingegen, den Schmutz mit Bürsten abzuputzen, zerkratzt man die Lackoberfläche.

Nicht nur von außen ist jetzt das Fahrzeug schmutzig, sondern auch von innen: Salzflecken auf den Sitzen und verdreckte Teppiche sollten auch einer gründlichen Reinigung unterzogen werden.

Mehr zum Thema “Saisonale Fahrzeugaufbereitung” finden Sie in unserem kostenlosen E-Book.

Smart Repair selbst gemacht

Alternativen zu Profiwerkzeugen und –mitteln für die Autopflege

Anwendungsbereiche und Problematiken Reinigungs- und Pflege-Tipps
Für tiefschwarze Reifengummis die vorher gereinigten Gummireifen mit schwarzer Schuhcreme einreiben
Gegen Insektenreste auf Glasscheiben mit Cola durchtränktes Zeitungspapier auf die Scheibe legen, kurz einwirken lassen und abspülen
Für gepflegte Gummidichtungen Gummidichtungen mit Vaseline oder Olivenöl einreiben
Für bewegliche Türscharniere Scharniere mit Nähmaschinenöl beträufeln
Für glänzende Alufelgen und Radkappen Felgen mit Backofenreiniger besprühen, nur kurz einwirken lassen und abspülen oder Felgen mit Mehl und einem Microfasertuch einreiben und abspülen
Gegen feuchte Luft und Frost im Innenraum Katzenstreu in offenen Schälchen ins Fahrzeuginnere stellen
Statt Frostschutzmittel für die Scheibenwaschanlage hilft Spiritus
Gegen zugeeiste Scheinwerfergläser auf gesäuberte Scheinwerfer Glycerin auftragen
Gegen Gerüche frisch aufgebrühten Kaffeesatz in offenen Schälchen ins Auto stellen

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