In Berlin stellt Volkswagen zurzeit seinen neuen E-Golf mit reinem Elektroantrieb vor. Was vielleicht nur eingefleischte VW-Fans wissen: Bereits vor mehr als 20 Jahren gab es den ersten vollkommen emissionsfreien VW Golf. City Stromer hieß der Kompaktwagen, der 1991 als Kleinserie an Elektrokonzerne ausgeliefert und später auch an Privatleute weiterverkauft wurde.

120 Mal baute Volkswagen zwischen 1991 und 1994 den City Stromer. Basis waren der Golf II beziehungsweise Golf III. Rein äußerlich war das kompakte Elektroauto von den konventionell angetriebenen Modellen nur durch Kleinigkeiten zu unterscheiden. Genauso ist es auch beim jetzt vorgestellten E-Golf, der seinem Brennstoff-Bruder zum Verwechseln ähnlich sieht.

Nur Details weisen auf den E-Antrieb hin

Der Kühlergrill des E-Golf ist im Gegensatz zu den Wagen mit Verbrennungsmotor schwarz lackiert, geschlossen und mit einer blauen LED-Leiste durchzogen. Außerdem weisen die E-Golf-Schriftzüge an den vorderen Seitenteilen, am Kühlergrill und am Heck sowie das blau hinterlegte VW-Logo auf die inneren Werte des Autos hin. Wer aufmerksam hinsieht, dem wird auch auffallen, dass ein Auspuff beim E-Golf fehlt.

Im Gegensatz zum City Stromer plant Volkswagen mit dem E-Golf ganz groß in Serie zu gehen. "Wenn wir etwas machen, dann muss es Breitenwirkung haben", sagt Thomas Lieber, Leiter der Elektro-Traktion bei den Wolfsburgern. Der E-Golf ist also kein Versuch, sondern VW meint es ernst mit der Elektrifizierung seines meistverkauften Autos.

Konkurrenzfähige Fahrleistungen

Der Optimismus ist durchaus begründet. Im direkten Vergleich mit dem City Stromer kann es der E-Golf von 2014 wirklich mit der zeitgenössischen Benzin- und Dieselkonkurrenz aufnehmen. War der City Stromer mit seinem 27-PS-Drehstrom-Synchronmotor, der Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h und einer Reichweite zwischen 40 und 70 Kilometern tatsächlich nur etwas für Lohas, so bietet der E-Golf stark verbesserte Werte.

Je nach Modus stehen dem Fahrer 75, 95 oder 115 PS zur Verfügung, die Reichweite soll bis zu 190 Kilometer betragen. Das hat aber seinen Preis: Mindestens 34.900 Euro werden für den E-Golf fällig. Damit ist er mehr als 12.000 Euro teurer als ein Golf Blue TDI mit 110 PS. Dafür sinken die Folgekosten. Denn aufgeladen wird das Elektroauto wie schon der Vorgänger aus den 1990er-Jahren über eine herkömmliche Steckdose.

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