Elektroautos sind auf dem Vormarsch. Die neuesten Zulassungszahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes weisen für das erste Quartal 2014 einen deutlichen Anstieg bei den Stromern aus. Doch viele Autofahrer sind sich noch unschlüssig, ob ein Elektroauto für sie wirklich das Richtige ist. Wir klären für Sie die wichtigsten Fragen.

Vor allem die Anschaffungskosten von Elektroautos bereiten potenziellen Käufern noch Kopfschmerzen. Doch auch hinter Fahreigenschaften, Sicherheit und Lade-Infrastruktur stehen große Fragezeichen. Und dann ist da noch zu klären, ob es überhaupt genug Auswahl auf dem Markt gibt.

Wie fährt sich ein Elektroauto überhaupt?

Die Fahrkultur eines E-Wagens unterscheidet sich nicht unerheblich von der eines herkömmlichen Pkw. Vor allem beim Anfahren gibt es einen großen Unterschied: Aus dem Stand heraus können Elektroautos nämlich sofort über das volle Drehmoment verfügen. Daraus ergibt sich eine im Vergleich zum Benzin-Pkw viel bessere Beschleunigung. Und selbst manche Sportwagen haben beim Anfahren gegen einen Stromer das Nachsehen.

Wie werden Elektroautos aufgeladen?

Theoretisch reicht für das Laden eines Elektrofahrzeugs eine herkömmliche 230-V-Steckdose. Laut TÜV Süd kann es jedoch vor allem an ältere Steckdosen zu Überhitzungen kommen. Deshalb sollten Sie die Steckdosen von einem Elektriker prüfen lassen. Oder Sie lassen sich gleich eine sogenannte Kraftstrom-Steckdose mit 400 Volt setzen. Das verringert die Ladezeit teilweise um mehrere Stunden. Sollten Sie unterwegs einmal auf frischen Strom angewiesen sein, können Sie eine öffentliche Ladestation ansteuern. Die Webseiten ChargeMap.com oder SmartTanken.de zeigen Ihnen die nächstgelegenen Ladestationen an.

Wie hoch ist die Reichweite von Elektroautos?

Die Reichweite ist einer der größten Kritikpunkte an Elektroautos und für viele Menschen immer noch ein Kaufhindernis. Die meisten Stromer schaffen mit einer Akkuladung zwischen 100 und 200 Kilometer. Der e-Golf von VW beispielsweise bringt es auf 190 Kilometer, während ein Smart Fortwo Electric Drive 145 Kilometer weit kommt. Ausreißer nach oben sind die Modelle des rein auf Elektroautos spezialisierten Herstellers Tesla. So fährt das Model S je nach Ausstattung laut Hersteller zwischen 390 und 502 Kilometer mit einer Ladung.

Wie teuer sind Elektroautos?

Kaufhindernis Nummer eins für Elektroautos ist bei den Deutschen der Anschaffungspreis. Das hat eine Umfrage von TNS Infratest und mobile.de aus dem März 2013 ergeben. Und tatsächlich sind reine Elektroautos teilweise erheblich teurer als vergleichbare Fahrzeuge mit einem herkömmlichen Antrieb. So kostet der BMW i3 mindestens 34.950 Euro. Viel Geld für ein Auto der Kategorie Kleinwagen. Auch der e-Golf von VW ist mit einem Einstiegspreis von 34.900 Euro etwa 3.000 Euro teurer als ein vergleichbarer Golf TDI. Vor allem die hohen Kosten für die Batterie schlagen sich im Endpreis eines Stromers nieder. Einsparungen ergeben sich bei den Folgekosten für Elektroautos. Zum einen fallen Ausgaben für Benzin weg. Zum anderen hat die Bundesregierung 2012 beschlossen, dass Fahrzeuge, die bis zum 31. Dezember 2015 zugelassen werden, von der Kfz-Steuer für zehn Jahre befreit sind.

Welche Hersteller haben Elektroautos im Angebot?

Waren es bis vor wenigen Jahren vor allem spezialisierte Firmen, so haben mittlerweile auch die großen Hersteller Elektroautos im Portfolio. BMW bietet mit dem i3 einen reinen Stromer, Ford hat den Focus Electric im Angebot, Opel den Ampera. Den Fiat 500 hat die Firma Karabag als New500E unter Strom gesetzt. Peugeot bietet mit dem iOn einen Kleinwagen und mit dem Partner Electric einen kleinen Transporter an. Renault stellt mit dem Kangoo Z.E, dem Twizy und dem ZOE gleich drei Elektroautos zur Auswahl und bei VW sind der e-Golf und der E-Up erhältlich. Außergewöhnlich in dieser Reihe ist der Mercedes SLS AMG Electric Drive, der mit einem Preis von 416.500 Euro aber eher eine begrenzte Zielgruppe anspricht.

Sind Elektroautos gefährlicher als Benziner?

Berichte über ausgebrannte Tesla-Modelle im Herbst 2013 konnten den Eindruck entstehen lassen, dass Elektroautos bei Unfällen schnell Feuer fangen. Doch Experten sehen das nicht so. Sowohl ADAC als auch die US-Behörde NHTSA haben diverse Elektroautos in Crashtests untersucht. Das Ergebnis: In puncto Sicherheit stehen die Stromer ihren Konkurrenten mit Verbrennungsmotor in nichts nach.

Sind Elektroautos wirklich so umweltfreundlich?

Auf den ersten Blick sind Elektroautos umweltfreundlich, weil sie beim Fahren kein CO2 produzieren. Allerdings muss der Strom für die Fahrzeuge ja irgendwo herkommen. Und dieser wird laut AG Energiebilanzen in Deutschland zum Großteil noch konventionell gewonnen. Braun- und Steinkohle sorgen für etwa 45 Prozent des deutschen Stroms, Atomkraft steuert weitere 15,4 Prozent dazu. Wind, Wasser und Sonne tragen nur etwas mehr als 20 Prozent zur gesamten Stromversorgung bei. Nur, wer seinen Strom ausschließlich aus regenerativer Energie bezieht, kann sein Elektroauto auch CO2-frei betrieben.

Welche Alternativen gibt es?

Wer umweltfreundlich fahren, aber sich kein Elektroauto anschaffen will, dem stehen mit Autogas oder Erdgas zwei weitere alternative Antriebe zur Verfügung. Autogas (LPG) kostet mit 70 bis 80 Cent pro Liter deutlich weniger als Benzin oder Diesel. Auch Erdgas (CNG) ist mit etwas mehr als einem Euro je Kilogramm noch billiger. Die Umrüstung eines herkömmlich angetriebenen Autos auf Gasantrieb kosten zwischen 1.000 und 4.500 Euro.

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