Eine Million Elektroautos bis 2020 - um dieses ehrgeizige Ziel zu erreichen, arbeiten Industrie und Forschung zusammen an einem Schnellladenetz. Das SLAM ("Schnellladenetz für Achsen und Metropolen") soll künftig eine flächendeckende Ladeinfrastruktur gewährleisten. Allerdings wird es wohl nicht mit allen E-Modellen am Markt kompatibel sein.

Wie die "Auto Bild" in ihrer aktuellen Ausgabe berichtet, eignet sich das für 2017 geplante Schnellladenetz nur für deutsche Elektroautos. Denn die Autobauer, Energieversorger und Forscher, die an SLAM arbeiten, setzen auf den Ladestecker-Standard CCS ("Combined Charging System"). Dieser wird aber bislang nur von deutschen Herstellern genutzt. Beispielsweise lassen sich der BMW i3, der VW e-Golf sowie der VW e-Up den Informationen des Fachmagazins zufolge über das geplante Schnellladenetz mit Energie betanken.

Forderung nach Multichargern für alle Standards

Der Großteil der derzeit am Markt erhältlichen Elektroautos stammt jedoch nicht aus Deutschland. Da die japanischen und französischen Hersteller auf einen anderen Ladestecker-Standard setzen als die deutschen, werden viele ausländische Modelle nicht mit dem Schnellladenetz kompatibel sein. Das betrifft beispielsweise die Modelle Nissan Leaf, Mitsubishi Outlander PHEV und i-MiEV, Citroën C-Zero und Peugeot iOn, informiert die "Auto Bild". Diese Stromer könnten zwar an den SLAM-Stromsäulen geladen werden, allerdings nicht per Schnellladefunktion. Statt rund 30 Minuten dauert die 80-Prozent-Ladung dann bis zu sieben Stunden.

"Um das Ziel von einer Million Elektroautos zu erreichen, muss der Zugang zum Strom diskriminierungsfrei sein. Darum plädieren wir für Multicharger, die alle Standards erfüllen", zitiert die Autozeitschrift Marion Jungbluth vom Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv). Ansonsten sei das Ziel von einer Million Elektroautos auf deutschen Straßen bis 2020 nur schwer zu verwirklichen.

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