Noch nicht am Ziel und der Akku ist leer? Diese Sorge teilen Elektroauto-Besitzer mit vielen Autofahrern, die mit dem Gedanken an den Kauf eines Stromers spielen. Für ein Modellprojekt haben sich die Unternehmen BMW, Siemens und E.ON nun zusammengeschlossen und acht Schnellladesäulen entlang der A9 errichtet. Unterstützt wurden sie vom Bundesverkehrsministerium.

Eine Million Elektroautos will die deutsche Bundesregierung 2020 auf den deutschen Straßen fahren sehen - aktuell sind es inklusive Hybrid-Fahrzeugen gut 100.000. Mit der bislang lückenhaften Ladeinfrastruktur scheint das Ziel allerdings unerreichbar. Die Sorgen um fehlende Lademöglichkeiten lassen viele potenzielle Kunden vor dem Kauf eines E-Autos zurückschrecken. Damit sich das alsbald ändert, haben BMW, Siemens und E.ON mithilfe des Bundesverkehrsministeriums nun ein Modellprojekt gestartet. Acht neue Ladesäulen entlang der A9 zwischen München und Leipzig sollen Sorgen um die nötige Stromversorgung - zumindest auf dieser Strecke - vergessen machen.

Etwa 2.100 Ladestationen sind noch zu wenig

Da sich die Reichweiten von aktuellen Elektroauto-Modellen noch in Grenzen halten - der BMW i3 soll beispielsweise rund 150 Kilometer weit kommen -, sind die Stromer mehr als Verbrennungsmaschinen auf ausreichende "Tankmöglichkeiten" unterwegs angewiesen. Den laut "Focus" etwa 14.000 Tankstellen in Deutschland stehen derzeit allerdings erst rund 2.100 Ladestationen für Elektroautos gegenüber.

Die zusätzlichen acht Schnellladesäulen des Projekts "Bayern-Sachsen Elektromobilität verbindet" von BMW, Siemens und E.ON, die am Mittwoch freigegeben wurden, lassen die Ladesorgen zwar auf nur auf einer Strecke in Deutschland vergessen. Immerhin handelt es sich hierbei allerdings um eine der meist befahrenen Verkehrsachsen. So setzen die Stationen in Schweitenkirchen, Ingolstadt, Lauf, Himmelkron, Selbitz, Hermsdorf, Schkeuditz und Dessau ein wichtiges Signal für die Zukunft der Elektromobilität.

Verschiedene Bezahlmöglichkeiten

Innerhalb von 30 Minuten soll ein Elektroauto an einer der neuen Schnellladesäulen zu 80 Prozent aufgeladen werden. Die Fahrer können diese Zeit zum Beispiel nutzen, um in der angegliederten Raststätte eine Pause zu machen.

In den ersten vier Wochen nach dem Start des Projektes können Elektroauto-Besitzer ihre Fahrzeuge kostenlos entlang der 430 Kilometer langen Strecke laden. Wie teuer das Laden nach diesem Zeitraum wird, verriet BMW noch nicht. Allerdings kündigte der Autohersteller an, dass den Strombeziehern verschiedene Bezahlmöglichkeiten angeboten werden. Zunächst können Kunden die Kosten per SMS begleichen. Ab Sommer startet zudem eine europäisch einheitliche Bezahl-Plattform namens Hubject. Ein Vertrag und eine Karte ermöglichen dann das Stromtanken bei Ladestationen unterschiedlicher Anbieter in ganz Europa.

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