Sieht so der Lieferwagen der Zukunft aus? Wenn es nach den Wissenschaftlern des Instituts für Kraftfahrzeuge (IKA) der RWTH Aachen University geht, wird deren Studie des Projektes "Deliver" schon bald Pakete oder andere Waren in Innenstädten verteilen.

Seit 2011 arbeiten die Aachener Forscher im Rahmen des europäischen Verbundprojektes "Deliver" an einem Konzept für elektrisch betriebene Lieferfahrzeuge. Auf dem FISITA World Automotive Congress in Maastricht (2. bis 6. Juni) präsentieren die Partner nun ein erstes fahrbares Ergebnis. Der "Deliver"-Prototyp ist ein Lieferwagen mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 2,2 Tonnen und einer maximalen Zuladung von 700 Kilogramm. Der Antrieb erfolgt vollelektrisch. Dazu gehört eine Hochvoltbatterie aus 80 prismatischen Li-NMC-Zellen.

Reichweite: mindestens 100 Kilometer

Die Mindestreichweite des Elektro-Lieferwagens geben die Aachener Wissenschaftler mit 100 Kilometern an. Die Höchstgeschwindigkeit des "Deliver"-Prototyps beträgt 100 km/h. Zum Einsatz kommen soll das futuristisch aussehende Fahrzeug vor allem für innerstädtische Anwendungen. Zustelldienste, Supermärkte oder städtische Versorgungsbetriebe könnten mit "Deliver" schnell und umweltschonend unterwegs sein.

Das ergonomische Design der Kabine des Lieferwagens reduziere die Arbeitsbelastung des Fahrers, heißt es in einer IKA-Pressemitteilung. Ein- und Aussteigen ist auf beiden Seiten des Fahrzeugs möglich und dank des Verzichts auf Türschweller auch besonders einfach.

Das Projekt "Deliver" ist Teil der europäischen Green-Vehicle-Initiative und wird von der EU gefördert. Neben dem IKA arbeiten weitere wissenschaftliche Institutionen sowie Entwicklungsabteilungen von Automobilherstellern oder Zulieferern daran mit. Ziel ist es, die Umweltbelastung in Innenstädten langfristig um 40 Prozent zu senken.

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