Was für ein verrücktes Projekt: Ein paar Autofreaks im Daimler-Konzern haben die luxuriöse Mercedes E-Klasse All-Terrain mit der Technik des Offroad-Anarchisten G 500 4x4² vermählt. Klingt unmöglich? Dank Hilfsrahmen und jeder Menge Bastelarbeit ist es das nicht. Und wenn man mal ehrlich ist: Erst jetzt hat das Auto die Bezeichnung Offroad-Kombi auch wirklich verdient.

Nein, hier handelt es sich nicht um eine fixe Idee einer indischen Hinterhof-Garage. Die Mercedes E-Klasse All-Terrain 4x4² stammt vom Erbauer der E-Klasse höchstselbst und ist ein ziemlich verrücktes Projekt. Ingenieur Jürgen Eberle ist mit seinem Team ein Umbau gelungen, der seinesgleichen sucht: E-Klasse trifft G-Klasse 4x4² – das gab es noch nie. Und das ist auch nicht verwunderlich, war der Aufwand die beiden Fahrzeuge zum ultimativen Luxus-Geländewagen zusammenzufügen, ganz erheblich.

Mercedes E-Klasse All-Terrain 4x4² mit 42 Zentimeter Bodenfreiheit

Betrachtet man das Fahrzeug von oben herab nach unten, fängt es erst einmal ganz zivil an: Am oberen Ende wurde immerhin nichts verändert. Die Silhouette des T-Modells der E-Klasse ist die gleiche geblieben. Einzig der mattgraue Lack verrät: Hier kommt etwas Wildes. Auf mittlere Höhe fallen dann schon die mächtig breiten Kotflügel auf, die den ganzen Wagen dermaßen in die Breite wachsen lassen, dass man das Gefühl bekommt, vor einem DTM-Boliden zu stehen. Und dann die Überraschung unterhalb der Frontschürze: Hier kommt eine lange Zeit nämlich gar nichts mehr. Bis zu 42 Zentimeter lang, um genau zu sein – das ist die Bodenfreiheit der E-Klasse.

Den Grund dafür liefert das spezielle Fahrgestell, das viele Teile des G 500 4x4² verwendet. Mittels eines Hilfsrahmens werden die Portalachsen an die Mehrlenker-Konstruktion der E-Klasse angeflanscht – auf diese Arbeit ist Jürgen Eberle besonders stolz. Die Federbeine stammen aus dem Kompakt-SUV GLC. In der Summe ist es der E-Klasse 4x4² nun möglich, Wasserlöcher von bis zu einem halben Meter Tiefe zu durchfahren, der vordere Böschungswinkel liegt mit 35,8 Grad auf G-Klasse-Niveau. Der für Offroader wichtige Rampenwinkel übertrifft mit 31,7 Grad die G-Klasse sogar um fast 10 Grad. Angetrieben wird das Fahrzeug vom 333 PS starken V6-Turbobenziner aus dem E 400.

Brutale E-Klasse bleibt Einzelstück

Einen permanenten Allradantrieb haben die Tüftler zwar noch nicht realisieren können, doch die Entwicklung des Wagens könnte noch weiter gehen. In Serie soll der Bolide aber vorerst dennoch nicht gehen. Aber wer weiß, das hat man bei Daimler anfangs auch schon bei der G-Klasse 4x4² gesagt.

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