Ein Leichtbaufahrzeug aus dem 3D-Drucker, das wär's! So in etwa könnte sich das Kevin Czinger aus San Francisco gedacht haben. Herausgekommen bei dem Vorhaben ist der DM Blade - ein futuristisches Supercar mit 700 PS.

Kevin Czinger hat sich ein Ziel gesetzt: Ein Auto herzustellen und das auf eine möglichst umweltfreundliche Art und Weise. Um dieses ehrgeizige Projekt umzusetzen, hat er das Unternehmen Divergent Microfactories (DM) gegründet und damit angefangen, ein Supercar aus dem 3D-Drucker zu planen. Wie die "Zeit" berichtet, präsentierte Czinger jetzt auf der Solid-Konferenz in San Francisco das Supercar DM Blade - ein Öko-Auto, das von einem 700 PS starken Verbrennungsmotor angetrieben wird. Aber wie kann das öko sein?

Ökologisch bewusstes Herstellungsverfahren

Die internationalen Autohersteller feiern ihre Elektroautos. Doch welch großer Aufwand beispielsweise in China betrieben wird, um die für den E-Antrieb benötigten Batterien herzustellen, wird dabei gerne mal vergessen. Genau das ist Czinger ein Dorn im Auge. Warum ein emissionsfreies Auto bauen, wenn bei der Herstellung so viel Dreck in die Umwelt gepustet wird, dass das Öko-Auto selbst diese Verschmutzung gar nicht wieder gut machen kann?

Aus diesem Grund hat Czinger ein Herstellungsverfahren am 3D-Drucker entwickelt. Das Einzige, was er dafür benötigt, sind ein paar Carbon-Streben und ein paar Aluminiumteile, die er zu einer Art Gestell zusammensteckt. Anschließend kann mit einem speziellen Aluminiumpulver dann der Rest der Karosserie Schicht für Schicht per 3D-Druckverfahren entstehen. Dieses Baukastenprinzip lasse sich laut Czinger auch auf andere Fahrzeugarten übertragen.

Ultimatives Leichtbauauto als Denkanstoß

Durch die moderne Konstruktion kommt der DM Blade auf ein Gesamtgewicht von gerade einmal 635 Kilogramm. Abgesehen von den Rädern und ein paar anderen Fahrzeugteilen besteht der DM Blade aus einer einzigen Carbon-Aluminium-Konstruktion. Crashtests hat der Bolide noch nicht absolviert.

Der verbaute Verbrennungsmotor dient übrigens nur als Mittel zum Zweck. Der Fokus liegt auf der umweltschonenden Herstellung der Karosserie, mit der Czinger der Automobilindustrie einen Denkanstoß zu nachhaltigen Herstellungsverfahren geben möchte. Trotzdem kann sich die Leistung von 700 PS sehen lassen. Nach eigener Aussage beschleunigt der DM Blade in nur zwei Sekunden von 0 auf 100 km/h. Zum Verbrauch macht Czinger allerdings keine Angaben.

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