Die Zusammenarbeit von Fiat Chrysler (FCA) und Google trägt die ersten Früchte: Aus dem ehemals knuffigen Google-Car wird der ausgewachsene Van Chrysler Pacifica mit der Technik von Waymo an Bord – eine Marke des mächtigen Alphabet-Konzerns.

So schnell kann es gehen: Gerade einmal sechs Monate nach dem Beginn der Kooperation von Google-Tochterfirma Waymo und dem Fiat-Chrysler-Konzern sind 100 Minivans des Modells Pacifica mit der Selbstfahrtechnik von Google fertiggestellt – das behauptet zumindest FCA. Die Flotte soll 2017 umfangreich getestet werden – im öffentlichen Straßenverkehr versteht sich.

Google-Car wird zum Minivan

Damit dürfte das kleine rundliche Google-Car, das eine gewisse Zeit lang Teil des Straßenbildes von San Francisco war, schon bald von der Bildfläche verschwinden. Alphabet, und damit auch Google und Waymo, hat sich entschieden, es mit dem Bau von eigenen Fahrzeugen sein zu lassen. Stattdessen soll das autonome Fahren mit effizienten Kooperationen, wie etwa jetzt mit FCA, schnell vorangebracht werden. Ähnliche Pläne hat man darüber hinaus auch beim Fahrdienstvermittler Uber: In Zusammenarbeit mit Volvo fährt das Unternehmen eine ähnliche Strategie.

Der von Waymo und FCA gewählte Chrysler Pacifica ist ohnehin deutlich praktischer als das zweisitzige Google-Car. Die nötigen Sensoren sitzen zumeist auf dem Dach, unter der Haube des Autos arbeitet ein Plug-in-Hybridantrieb. Der Pacifica-Hybrid soll auf eine Systemleistung von etwa 260 PS kommen, das meiste davon hat selbstverständlich der 3,6 Liter große V6-Motor zu verantworten. Dennoch: Eine 16-Kilowattstunden-Batterie für elektrische Fahrten von bis zu 48 Kilometern ist auch an Bord.

Waymo-Van könnte ein Erfolg werden

Zwar hat der Waymo-Van – anders als das ursprüngliche Google-Car – Lenkrad und Pedale, doch er könnte für beide Unternehmen zum Erfolg werden. Er löst außerdem die zahlreichen, von Google umgerüsteten Fahrzeuge (meistens Toyota-Modelle) ab, die man zu Testzwecken mit den nötigen Sensoren und Telematik auf den Straßen der USA getestet hat.

FCA-Boss Sergio Marchionne verspricht sich unter anderem eine effiziente Arbeitsteilung beider Firmen bei der Entwicklung von autonomen Autos und sagte bei der Vorstellung des Chrysler Pacifica mit Waymo-Technik, dass FCA durch diese Kooperation die Möglichkeiten und Herausforderungen in der Automobilbranche direkt aufgreife, während man "sich schnell einer Zukunft nähere, in der vollautonom fahrende Autos zum täglichen Leben gehören."

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