Ford bringt das autonom fahrende Auto zur nächsten Entwicklungsstufe: In den USA sind entsprechende Forschungsfahrzeuge des Ford Fusion Hybrid – hierzulande bekannt als Ford Mondeo – weiter verbessert worden. Die Technik gilt als nahezu serienreif.

Während Volvo mit Uber zusammenarbeitet und Fiat-Chrysler mit Waymo (Google) auf einem guten Weg ist, die Zukunft des selbstfahrenden Automobils zu gestalten, geht Ford weiterhin eigene Wege. Dass der Hersteller aus Dearborn, Michigan dennoch ein ernst zu nehmender Wettbewerber in dem heiß umkämpften Markt ist, zeigt das jetzt vorgestellte Versuchsfahrzeug auf Basis eines Ford Fusion Hybrid (in Deutschland: Ford Mondeo).

Ford Fusion Hybrid mit neuer Sensortechnik

Das Fahrzeug verfügt unter anderem über zwei neue LiDAR-Sensoren (Light Detection And Ranging), die ihre Umgebung noch genauer scannen und jede Menge Daten für die Software an Bord liefern sollen. Drei Kameras, die sich in einer Art Reling auf dem Dach des Autos befinden sowie eine weitere an der Windschutzscheibe sollen das Geschehen um das Auto herum zusätzlich erfassen. Zusammen mit den Radarsensoren und hochdetailliertem Kartenmaterial kann der Fusion Hybrid laut Ford so problemlos durch das alltägliche Verkehrsgeschehen manövrieren. In der sechsstufigen Skala der Society of Automotive Engineers (SAE) kommt der Wagen damit auf die Autonomiestufe 4 – er benötigt keinen Fahrer.

Das Auto lernt eigenständig

Die verbesserte Sensortechnik soll nicht nur in der Lage sein, Autos und Fußgänger zu erkennen. Sogar Gesten von Passanten oder Polizisten (beim Regeln des Verkehrs) sollen interpretiert werden können. Darüber hinaus sollen die Algorithmen das Auto auch dazu befähigen, dazuzulernen. Das Computersystem des Fords verarbeitet deshalb nach Angaben des Herstellers ein Datenvolumen von gigantischen 1.000 Gigabyte (ein Terabyte) – pro Stunde, versteht sich. Da ein solches System auch dementsprechende Mengen an Energie verbraucht, verwendet Ford das Hochvolt-Batteriesystem des Fusion Hybrid. Und dennoch bleibt die Energie knapp: Die nächste Generation des Forschungsfahrzeugs soll einen eigenen Zusatzgenerator an Bord haben.

Ford Mondeo mit Sensor-Fühlern

Rein äußerlich unterscheidet sich der autonom fahrende Ford Fusion Hybrid nur in wenigen Details von einem Serienfahrzeug. So befinden sich an der A-Säule – oberhalb der Außenspiegel – die besagten LiDAR-Sensoren, die etwa so groß wie ein Eishockey-Puck sind. In den dicken Dachrelings sitzt das Kamerasystem. Ford will die Technologie nach eigener Aussage innerhalb der nächsten fünf Jahre zur endgültigen Serienreife bringen.

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