Mit dem BMW Motorrad Concept Link präsentieren die Münchner auf dem diesjährigen Concorso d’Eleganza Villa d’Este ihre Vision einer emissionsfreien, urbanen Massenmobilität: Die Designstudie soll den Bedürfnissen von Städtern optimal angepasst sein und trumpft mit voller Vernetzung groß auf. Sogar die passende Bekleidung ist intelligent.

Das Automobil als Fortbewegungs- und Kommunikationsmittel – dieses Konzept haben schon viele Hersteller verfolgt. Bei BMW geht man diese Sache nun etwas anders an, nämlich auf zwei Rädern statt auf vier. Das BMW Motorrad Concept Link ist der diesjährige Beitrag der Münchner auf dem Concorso d’Eleganza Villa d’Este 2017 in Italien. Der flüsterleise Gleiter mit reinem Elektroantrieb soll dabei nicht nur eine spektakuläre Designstudie sein, der futuristische Roller soll sogar richtig praktisch sein und allen Bedürfnissen zukünftiger Großstädter gerecht werden.

BMW Motorrad Concept Link: Technik trifft Software

Rein technisch rüstet BMW das Konzept mit flachen Energiespeichern aus, die für einen optimalen Schwerpunkt ganz unten im Rahmen des Zweirads angebracht sind. Der Elektromotor selbst sitzt direkt am Hinterrad, welches von einer Einarmschwinge geführt wird. Um auch in engsten Parklücken rangieren zu können, besitzt der Concept Link sogar einen Rückwärtsgang. Die kompakte Verkleidung ermöglicht eine tiefe Sitzposition auf einer verstellbaren Bank. Ein Staufach befindet sich unter dem Fahrer – es ist durch eine verschließbare Schiebetür erreichbar.

Das Design soll bewusst "mit allen bisherigen Sehgewohnheiten" brechen, sagt Alexander Buckan, Leiter der Abteilung Fahrzeugdesign BMW Motorrad. An der Front gibt es schmale LED-Lichter und eine kleine Windschutzscheibe, die Heckbeleuchtung sitzt in C-förmigen Karosserieteilen und soll sogar ausgetauscht werden können – je nach Vorliebe des Fahrers. An der rechten Flanke sind offene, orangefarbene Kabel zu sehen. Sie visualisieren die Antriebstechnik und treten so an die Stelle von Zylinderköpfen, Auspuffrohren oder Ähnlichem. Die schwarzen Felgen des Concept Link sind vorne wie hinten geschlossen ausgeführt.

Das BMW-Motorrad der Zukunft ist intelligent

Dass das Konzept insgesamt dann doch von der vorangegangenen Studie Vision Next 100 inspiriert wurde, wird spätestens bei der intelligenten Fahrerbekleidung klar. Spezielle Mode für eine erweiterte Funktionalität des Motorrads hatte BMW schon zuvor präsentiert. Und auch beim Concept Link kommt die mit Sensoren gespickte Kleidung zum Einsatz: Ob es um das Öffnen des Staufachs oder andere Annehmlichkeiten ohne Schlüssel geht, hier ist alles mit allem vernetzt.

So soll der Elektroroller unter anderem auch den Terminkalender, die Musik-Playlist und den besten Weg an den Zielort kennen. Head-up-Display und Touchscreen vervollständigen das Cockpit und verfolgen das Ziel, das Gefährt zu einem unverzichtbaren Tool für Digital Natives zu machen. Ob das Concept Link schon bald Wirklichkeit wird, lässt BMW offen. Bisher ist der BMW C Evolution das einzige Elektromotorrad der Bayern. Es kostet mindestens 13.700 Euro.

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