Ihr Design ist nicht jedermanns Sache, dennoch ist die Mercedes A-Klasse ein voller Erfolg. Allein im bisherigen Jahresverlauf 2017 wurden über 23.000 A in Deutschland zugelassen, inklusive der eng verwandten CLA- und GLA-Baureihen liegt die Kompakt-Familie nur knapp hinter dem meistverkauften Mercedes, der C-Klasse. Jetzt zeigt ein kaum noch getarnter Erlkönig, wie die zweite Generation der A-Klasse aussehen wird.

Keine Design-Revolution

Blicken wir zunächst auf die Außenhaut: Mercedes ändert das Design der A-Klasse anders als 2012 nicht grundsätzlich, besonders im Profil erkennt man nur wenige Unterschiede. Die Fensterflächen werden leicht vergrößert, die Außenspiegel wandern auf die Türen. Sowohl die Scheinwerfer als auch die zweigeteilten Rückleuchten betonen die Horizontale, so wirkt das neue Modell breiter und dynamischer. Die typische "Nase" bleibt, aber die Motorhaube verläuft flacher. In Zeiten, in denen selbst ein VW Polo mit volldigitalem Cockpit ausgestattet werden kann, lässt sich Mercedes nicht lumpen, und wird optional eine ähnliche Lösung auf Grundlage der E-Klasse-Anzeigen im A anbieten.

Diesel und Elektro

Zu den Antrieben ist bereits relativ viel bekannt: Die Studie Mercedes EQA zeigte auf der IAA 2017, wie eine rein elektrische A-Klasse aussehen könnte. Ein solches Modell wird kommen, denn Mercedes plant, bis 2022 zehn rein elektrische Modelle auf den Markt zu bringen. Im Fall des EQA gibt es an jeder Achse einen E-Motor, die Systemleistung liegt bei 270 PS. Aber auch der Diesel ist nicht tot: In die neue A-Klasse wandern die OM-654-Aggregate, die erstmals 2016 in der E-Klasse zum Einsatz kamen. Im E 200 d etwa sorgen 150 PS und 360 Newtonmeter Drehmoment für Vortrieb, kombiniert wird dort das Ganze mit einer Neungang-Automatik.

Neue Benziner mit Boost-Funktion

Ganz neu sind die als M 260 und M 264 bezeichneten Benziner. Dahinter verbergen sich modular aufgebaute Reihen-Vierzylinder mit zwei Liter Hubraum. Der M 260 ist für Modelle mit Frontantrieb wie die A-Klasse vorgesehen. Neben einem 48-Volt-Bordnetz ersetzt ein Startergenerator die Lichtmaschine und den Anlasser. Das ermöglicht eine Boost-Funktion im unteren Drehzahlbereich (gemunkelt wird über bis zu 14 PS), um etwa beim häufigen Anfahren Kraftstoff zu sparen. Hinzu kommt die Möglichkeit der Rekuperation. Lange Rede, kurzer Sinn: Jede A-Klasse mit Benziner ist künftig ein Mildhybrid.

Premiere Anfang 2018?

Apropos künftig: Vorgestellt wird die neue A-Klasse als wie bislang 4,30 Meter langer Fünftürer vermutlich im Frühjahr 2018. Weitere Karosserievarianten sind schon in Planung, darunter eine Limousine mit Stufenheck. Sie soll den CLA nicht ersetzen, sondern ähnlich wie die Stufenheckmodelle von Audi A3 und BMW 1er in China reüssieren. Auch ein Cabriolet ist langfristig nicht ausgeschlossen.

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