Lücken sind definitionsgemäß Stellen, an denen etwas fehlt oder wo etwas hin kann. Das heißt, sie sind dazu da, gefüllt zu werden. Kia hat nun eine zwischen dem 4,14 Meter langen Soul und dem 4,48 Meter langen, neuen Sportage erspäht und will sie im nächsten Jahr schließen - mit dem Niro. Unser Fotograf hat das Auto als Erlkönig erwischt.

Kia testet den Niro gegen den Golf GTE

Auf den Bildern ist das Auto zusammen mit einem VW Golf GTE zu sehen. Dabei zeigt sich, dass die Karosserieformen ähnlich sind, auch wenn der Golf mit 4,26 Meter etwas kürzer ist und wohl auch niedriger sein dürfte. Kia spricht beim Niro von einem Kompakt-SUV und nennt das Auto am liebsten Hybrid Utility Vehicle (HUV). Denn der Wagen soll ausschließlich als Hybridfahrzeug auf den Markt kommen. Das soll angeblich erst 2017 geschehen, obwohl die Produktion schon Mitte 2016 anläuft - Letzteres ist offiziell bestätigt.

Nur ein oder zwei Kilometer rein elektrisch

Die Plattform wurde extra für das Hybridfahrzeug entwickelt. Ein langer Radstand und kurze Überhänge sollen für viel Innenraum sorgen. Für den Antrieb werden ein 1,6-Liter-Benzindirekteinspritzer mit 105 PS und ein 32 Kilowatt (43 PS) starker E-Motor kombiniert. Dazu kommt ein Lithium-Polymer-Akku, der 1,56 Kilowattstunden speichert. Diese Kapazität entspricht etwa der des Akkus vom Toyota Prius - das Auto dürfte also wie dieser nur ein oder zwei Kilometer rein elektrisch fahren. Die Antriebskraft wird über ein sechsstufiges Doppelkupplungsgetriebe auf die Räder übertragen.

Auch ein Plug-in-Hybrid ist geplant

Nach momentanem Entwicklungsstand werden die CO2-Emissionen unter 90 Gramm pro Kilometer bleiben, so Kia. Das entspräche 3,8 Liter Benzin auf 100 Kilometer. Später soll dem normalen Hybrid ein Plug-in-Hybrid folgen, der dann wohl eine größere Batterie benötigt - der Prius Plug-in Hybrid hat eine Batterie mit rund fünf Kilowattstunden und schafft damit 20 Kilometer rein elektrisch. Der Plug-in-Niro könnte dann auch gegen den Golf GTE und Audi A3 e-tron konkurrieren.

Fünfjahresplan bis 2020

Mit dem Niro will Kia sein Modellangebot mit elektrifizierten Antrieben ausbauen. Bis 2020 will die Marke zu einem führenden Hersteller emissionsarmer Fahrzeuge werden - also Toyota ernsthaft Konkurrenz machen. Denn Kia glaubt, dass der Ölpreis deutlich steigen wird und damit der Markt für Elektro- und Hybridfahrzeuge stark wachsen wird. Doch will man sich nicht auf eine einzige Technologie festlegen, sondern glaubt, dass verschiedene Konzepte über einen längeren Zeitraum miteinander konkurrieren werden.

Soul EV am Markt, Optima PHEV angekündigt

Bisher bietet Kia bei uns nur einen elektrisch angetriebenen Soul an. Der neue Optima wird nicht mehr als Hybrid angeboten, doch eine neue Plug-in-Version wurde für die zweite Jahreshälfte 2016 angekündigt. Weltweit hat der koreanische Hersteller vier elektrifizierte Modelle im Angebot und will die Palette auf elf erweitern. Niro und Optima PHEV werden die ersten Schritte sein, auch ein Hybrid auf Basis des i30 ist wohl angedacht - ein Hyundai-Äquivalent namens AE HEV (Advanced Experimental Hybrid Electric Vehicle) auf Elantra-Basis fährt schon als Erlkönig herum. Später soll noch ein Brennstoffzellenfahrzeug folgen.

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