Der Kompromiss zwischen Effizienz und Sportlichkeit bedeutet für viele Hersteller den automobilen Olymp. Der VW Polo Blue GT ist der Versuch von Volkswagen, diesem näher zu kommen. Ob den Wolfsburgern die Quadratur des Kreises gelungen ist, zeigt der Test.

Zylinderabschaltung senkt den Verbrauch

Vorbei sind die Zeiten, als der aktuelle technologische Fortschritt den Oberklasse-Modellen vorbehalten war. Mittlerweile findet man auch in den niederen Segmenten technische Feinheiten, welche ihre Attraktivität erhöhen. So zum Beispiel in der Kompaktklasse, in der Volkswagen neuerdings mit einer Zylinderabschaltung aufwartet, die man vor nicht allzu langer Zeit ausschließlich bei den großen und entsprechend teuren Audi-Modellen antreffen konnte. Nun aber ist sie auch im VW Polo Blue GT zu bestaunen. Automatisch schaltet diese die mittleren beiden Zylinder mittels Ventilschließung ab und verhilft dem Kompaktwagen zu einem extrem niedrigen Verbrauch, der laut Werksangaben bei 4,5 Litern liegen soll. Allerdings ein Wert, der im Test nicht erreicht wurde. Mit 5,4 Litern hält sich der Verbrauch aber immer noch in einem äußerst respektablen Rahmen.

Der Verbrauch wird mit dem Gasfuß dosiert

Die Start-Stopp-Automatik trägt ihren Anteil zu diesem Verbrauch ebenso bei wie die verbesserte Aerodynamik. Der Star ist allerdings völlig unstreitig die Zylinderabschaltung, die den größten Beitrag zum niedrigen Verbrauch leistet. Wenn der Fahrer dem Einsparpotenzial zum Trotz die Leistung des 1,4-Liter-TSI-Vierzylinders abruft, die sich vor dem Hintergrund des relativ geringen Gewichts mit 140 PS und dem maximalen Drehmoment von 250 Nm durchaus sehen lassen kann, dann werden blitzschnell und unmerklich die Ventile wieder freigegeben und der Zündstoff in die Brennräume injiziert. Wenn es der Fahrer darauf anlegt, dann mutiert der VW Polo Blue GT zu einem Spurtmeister, der in knapp acht Sekunden Tempo 100 erreicht. Kein schlechter Wert und allemal gut genug, um so manch einem potenter wirkenden Verkehrsteilnehmer die Rücklichter zu zeigen.

Im Gegensatz zu der Vielzahl tatsächlicher Sportler auf Deutschlands Straßen kann er aber auch anders. Zwischen 1.400 und 4.000 Umdrehungen gibt er sich als lässiger Zweizylinder, sofern die angeforderte Kraft 100 Nm nicht übersteigt. Und erfreut den Besitzer Woche für Woche an der Zapfsäule mit einer tollen Genügsamkeit.

Optische Highlights unterstreichen sportlichen Charakter

"Einen Haken hat die doppelte Portion Spaß allerdings", diesen Satz dürften jetzt viele Leser erwarten. Wenn nur zwei Zylinder arbeiten, müssten dann nicht die Laufkultur und die Laufruhe beeinträchtigt sein? Für gewöhnlich schon, doch nicht so beim VW Polo Blue GT. Den Ingenieuren ist es gelungen, auch im Zweizylinder-Modus eine hohe Laufruhe sicherzustellen, die dem entspannten Vierzylinderbetrieb in nichts nachsteht.

Kürzere Federn und größere Räder sorgen dafür, dass der VW Polo Blue GT in Sachen Fahrdynamik einen Sprung nach vorne gemacht hat. Optisch unterscheidet sich der Blue GT geringfügig von seinen konventionellen Artgenossen. Sportsitze, schwarze Spiegel, ein Heckspoiler und eine Heckschürze unterstreichen die sportlichen Ambitionen. So viel Auto hat aber auch seinen Preis. In der Basisversion werden knapp 20.000 Euro fällig. Die Zusatzausstattung ist recht kostspielig und lässt den Preis schnell in die Höhe schnellen.

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