Lamborghini spendiert seiner stärksten Baureihe ein Facelift: Der neue Aventador S soll in nahezu allen Bereichen eine bessere Leistung abliefern als der Vorgänger. 40 zusätzliche Pferdestärken und eine Allradlenkung sind die Hauptzutaten des neuen Heißsporns. Doch auch an der Aerodynamik wurde ordentlich gefeilt.

Der Lamborghini Aventador LP 700-4 verliert seinen langen Namen, der auf Motorleistung, -einbau und Antriebsart schließen ließ, und heißt ab sofort nur noch Lamborghini Aventador S. Warum auch nicht? Laut Lamborghini hat das zusätzliche "S" sogar Tradition: Auch in der Vergangenheit soll es für optimierte Modelle gestanden haben. Und optimiert hat der Hersteller aus Sant'Agata Bolognese an seinem Boliden so einiges.

Lamborghini Aventador S brüllt seine 740 PS frei heraus

Da wäre etwa der überarbeitete V12-Motor mit nunmehr 740 PS, der seine Maximalleistung bei unvernünftigen 8.400 Umdrehungen pro Minute erreicht und somit weiterhin das Hochdrehzahl-Lied frei aus seiner neuen, leichter gewordenen Auspuffanlage heraus singt – Turbolader sind etwas für die Konkurrenz. Unverändert geblieben ist auch das Drehmoment von 690 Newtonmetern. Auch das restliche Datenblatt unterscheidet sich trotz der Mehrleistung kaum von dem des Vorgängers: 2,9 Sekunden sollen bis Tempo 100 vergehen, nach 8,8 Sekunden knackt der Keil die 200er-Marke auf dem Tacho. Das Ende der Raserei ist erst bei 350 km/h erreicht.

Überarbeitung im Detail

Lamborghini weist aber ohnehin darauf hin, dass der neue Aventador S vor allem in Sachen Handling verbessert wurde: Neue Dämpfer gibt es da beispielsweise und eine allgemein verbesserte Geometrie des aufwendigen Aufhängungssystems. An der Hinterachse arbeiten neue Federn und erstmals eine über Aktuatoren gesteuerte Hinterachslenkung, die je nach Fahrsituation mal mit, mal gegen den Lenkwinkel der Vorderachse einschlägt. Mit dieser Technik soll der Supersportwagen noch präziser und noch schneller um Kurven gedrückt werden können. Neu ist die Technik allerdings nicht: Porsche, BMW und auch Mercedes setzen sie bereits seit geraumer Zeit in einigen Modellen ein.

21-Zoll-Felgen und "Ego"-Modus

Ansonsten ändert sich am Antrieb des V12-Boliden wenig: Es bleibt beim heckbetonten Allradsystem, dem sequenziellen Siebengang-Getriebe und der weitestgehend aus Aluminium und Carbon bestehenden Karosserie. Die leicht geänderte Optik an der Front des Autos hängt auch mit der laut Lamborghini deutlich verbesserten Aerodynamik zusammen. Interessant sind hier die über den hinteren Radhäusern aufragenden Lufteinlässe: Sie sollen an das Kultmodell Countach erinnern.

Der Lamborghini Aventador S steht serienmäßig auf 20 (Front) und 21 Zoll großen Felgen. Neben den bekannten Fahrmodi "Strada", "Sport" und "Race" gibt es jetzt auch den "Ego"-Modus, in dem sich die Eigenschaften von Fahrwerk, Lenkung, Motor, Getriebe und Auspuffsound nach Gusto einstellen lassen. Ohne Steuern kostet der neue Aventador S 281.555 Euro. In Deutschland sind das dann etwa 335.000 Euro.

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