Dass Sekundenschlaf gefährlich und eine häufige Ursache schwerer Autounfälle ist, sollte mittlerweile bekannt sein. Eine neue Studie lässt allerdings die Alarmglocken in Bezug auf die Ausmaße des Problems läuten: Denn 42 Prozent der Befragten gaben an, schon einmal von einer Schlafattacke hinterm Steuer übermannt worden zu sein.

Fast die Hälfte aller Lastwagen-, Bus- und Autofahrer haben einer aktuellen Untersuchung zufolge schon einmal Sekundenschlaf am Steuer erlitten. Und fast jeder Fünfte geriet infolge dessen in eine gefährliche Situation oder baute einen Unfall. Zu diesem Zwischenergebnis kommt eine Online-Umfrage der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM). Die Befragung ist zwar noch nicht abgeschlossen, bis Anfang Oktober konnten jedoch schon 12.700 Europäer zum Thema befragt werden - 759 der Befragten stammten aus Deutschland.

Mediziner schlagen Alarm

Dieses erschreckende Zwischenergebnis der groß angelegten Untersuchung von Schlafforschern aus 19 europäischen Ländern fällt noch etwas negativer aus als eine Ende 2012 präsentierte Studie des Deutschen Verkehrssicherheitsrates. Dieser kam zum Schluss, dass ein Drittel der Autofahrer schon einmal am Steuer eingenickt ist.

Forderungen an die Politik

Das Ergebnis alarmiert die Forscher und gibt den Anlass zur Aktion "Wake Up", mit der sie Ende dieser Woche bei den EU-Verkehrsexperten in Brüssel auf das Thema aufmerksam machen wollen. Das Thema müsse europaweit angegangen werden, um die Zahl tödlicher Unfälle im Straßenverkehr weiter zu senken.

Die deutschen Mediziner, die an der Studie beteiligt sind, fordern deshalb zum Beispiel, dass die Führerscheinprüfung künftig Fragen zum persönlichen Schlafverhalten enthält. Liegen dann Hinweise auf eine Schlafstörung vor, könne der Autofahrer individuell therapiert werden.

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