Nützlich oder bedenklich? Die Meinungen über die neue Internetseite "fahrerbewertung.de" gehen auseinander. Auf dem Portal können sich genervte Autofahrer über das Fehlverhalten anderer beklagen - und sogar das Kennzeichen angeben.

Im Internet kann so ziemlich jeder anonym über fremde Personen herziehen und muss in den meisten Fällen nicht mal mit Konsequenzen rechnen. Zweifelsohne eine bedenkliche Entwicklung, die die Internetseite "fahrerbewertung.de" jetzt auf die Spitze treibt. Autofahrer haben auf dem Portal die Möglichkeit, andere als Drängler, Raser oder Parkplatzdieb zu denunzieren.

Heikle Angelegenheit: Angabe der Kfz-Kennzeichen

Um einen Fahrer anzuschwärzen, müssen verärgerte User zunächst das Kennzeichen des "Täters" angeben, was besonders heikel ist. Im Anschluss erfolgt eine negative, neutrale oder positive Bewertung - optional unter Angabe von Gründen. Auch können die Nutzer Städte bzw. Landkreise und Automarken brandmarken. Wer sich lediglich "informieren" möchte, kann zudem nur ein Kennzeichen angeben und die entsprechenden Daten abrufen oder sich einfach die Top- bzw. Flop-5-Listen der Städte und Hersteller anschauen.

Vorprogrammierter Missbrauch

Erklärtes Ziel der Macher des fragwürdigen Portals sei es, für mehr Rücksicht und Respekt im alltäglichen Straßenverkehr zu sorgen. Die Webseite sei gewissermaßen als Erziehungsmaßname zu deuten, die zu einem umsichtigen Fahrverhalten führen soll - im Interesse aller, versteht sich. Big Brother lässt grüßen, ein Missbrauch ist vorprogrammiert. Die Betreiber wird es freuen, denn je mehr Denunzianten, desto mehr Klicks.

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