Allein der Gedanke an das Aufladen von Elektroautos bereitet vielen Menschen Unbehagen. Immerhin wird dabei mit Starkstrom hantiert, weshalb die Angst vor einem Schlag immer mitschwingt. Die Karabag GmbH hat für dieses Problem jetzt eine Lösung gefunden. Am Donnerstag nahm die Hamburger Firma auf dem Gelände des Flugzeugherstellers Airbus die erste sogenannte induktive Ladestation in Betrieb. Dort können Elektrofahrzeuge ganz ohne Kabel aufgetankt werden.

"Wir haben uns gefragt, was Autofahrer am meisten nervt. Die Antwort ist klar: das Tanken. Da geht es auch den Fahrern von Elektroautos nicht anders. Das Hantieren mit Kabeln und Steckern - möglicherweise auch noch bei Regen oder bei Schnee und Schneematsch - ist dabei nicht nur unnötig kompliziert, sondern nicht selten mit Ängsten verbunden. Schließlich wird durch den Stecker eine Starkstromverbindung geschlossen", erklärt Sirri Karabag, Geschäftsführer der gleichnamigen Firma, die Idee hinter der induktiven Ladestation.

Aufladung über eine Platte hinter dem Nummernschild

Tatsächlich hat erst vor Kurzem eine Umfrage von TNS Infratest und dem Portal "mobile.de" ergeben, dass die Deutschen Elektroautos gegenüber noch skeptisch sind. Neben dem Preis sind vor allem die fehlende Lade-Infrastruktur und die vermeintlich unausgereifte Technik die größten Kaufhindernisse. Zumindest die letzten zwei Punkte will Karabag mit seiner Entwicklung künftig nicht mehr als Argumente gegen E-Autos gelten lassen.

Das nun serienreife Projekt wurde gemeinsam mit den Unternehmen Paul Vahle und Finepower verwirklicht. Das Prinzip: An der Seite der Ladesäule wird ein starkes Magnetfeld aufgebaut. Über eine sogenannte Ladeplatte hinter dem Nummernschild verwandelt das Elektroauto dieses Magnetfeld in elektrische Energie um, die wiederum in der Batterie gespeichert wird. Zwischen Ladesäule und Auto fließen keinerlei Ströme.

Weitere Themen
Serienreif: Karabag stellt erste induktive Ladestation für Elektroautos vor