Wer betrunken mit dem Auto einen Unfall baut, hat kein Recht auf Geld aus der Kaskoversicherung. Das hat das Landgericht Dortmund jetzt entschieden.

Der verhandelte Sachverhalt stellte sich so dar: Eine Frau hatte ein Fahrzeug geleast und dafür eine Vollkaskoversicherung mit einer Selbstbeteiligung von 300 Euro abgeschlossen. Ihr Ehemann fuhr dann mit dem Auto gegen einen Baum. Dabei hatte er einen Blutalkoholpegel von 2,07 Promille. Den entstandenen Schaden in Höhe von 7.800 Euro wollte die Ehefrau von der Versicherung erstattet bekommen. Ihre Begründung: Sie habe den Versicherungsvertrag abgeschlossen und ihr Ehemann sei kein Repräsentant. Doch die Versicherung verweigerte die Leistung. Rechtens, wie das Landgericht Dortmund jetzt urteilte, berichtet das Fachportal "Versicherungsbote".

Grob fahrlässig gehandelt

Die Begründung der Richter: Der Versicherungsfall wurde groß fahrlässig herbeigeführt. Deshalb könne die Ehefrau keine Leistungen aus der Vollkaskoversicherung erhalten. Laut "Versicherungsbote" gilt im Versicherungsvertragsrecht ein Autofahrer mit einem Blutalkoholgehalt ab 1,1 Promille als absolut fahruntüchtig.

Im verhandelten Fall könne die grob fahrlässige Herbeiführung des Unfalls sogar der Ehefrau zugerechnet werden, obwohl sie gar nicht gefahren sei. Außerdem handele es sich um eine Fremdversicherung, in die auch er Ehemann als mitversicherte Person mit einbezogen war.

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