Schwangere Frauen sind häufiger in Unfälle im Straßenverkehr verwickelt als Nichtschwangere. Ab dem dritten Schwangerschaftsmonat steigt das Unfallrisiko erheblich an. Zu diesem erschreckenden Ergebnis kommt eine medizinische Studie aus Kanada.

Die Daten von mehr als 500.000 schwangeren Frauen haben sich Mediziner aus Kanada näher angeschaut, um den Zusammenhang zwischen Schwangerschaft und Unfallrisiko im Straßenverkehr zu untersuchen. Das Ergebnis, das im "Canadian Medical Association Journal" veröffentlicht wurde, ist für alle Frauen, die ein Kind erwarten, ein Schock: Ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel steigt die Zahl der Unfälle, die eine medizinische Notversorgung notwendig machen, um fast die Hälfte an. Registrierten die Forscher vor der Schwangerschaft noch 177 solcher Unfälle pro Monat, sind es mit Baby im Bauch schon 252 - das entspricht einem Plus von 42 Prozent.

Eine von 50 Schwangeren gerät in einen Verkehrsunfall

Nicht erfasst wurde in der Studie allerdings, welche Gründe im Einzelfall zum Verkehrsunfall führten. Somit lässt die statistische Erhebung offen, warum Frauen ab dem dritten Schwangerschaftsmonat häufiger an Kollisionen im Straßenverkehr beteiligt sind. Die Mediziner vermuten jedoch, dass Begleiterscheinungen wie Müdigkeit, Zerstreutheit und ein Mangel an Konzentration das Risiko steigen lassen. Viele Schwangere würden sich selbst überschätzen, mutmaßt Studienleiter Donald Redelmeier. Dennoch: Schwangere Frauen geraten immer noch deutlich seltener in Verkehrsunfälle als jeweils gleichaltrige Männer.

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