Auf der Suche nach neuen Bio-Materialien für den Fahrzeugbau geht der amerikanische Autobauer Ford eine ungewöhnliche Kooperation ein: Gemeinsam mit Ketchup-Produzent Heinz will der Automobilhersteller einen Bio-Kunststoff aus Tomatenfasern entwickeln. Dieser könnte im Fahrzeuginterieur zum Einsatz kommen.

Ketchup ist womöglich noch vielseitiger als angepriesen - zumindest der Grundstoff, aus dem die Beigabe für Pommes und Co. besteht: Tomaten. Welche Rolle die roten Früchte - insbesondere wohl aber die Tomatenhaut - künftig im Fahrzeugbau spielen könnten, erklärte Fords Kunststoff-Forscherin Ellen Lee am Mittwoch in einer Pressemitteilung: "Wir untersuchen, ob dieses Nebenprodukt der Lebensmittelproduktion auch für den Einsatz im Automobilbereich infrage kommt." Und: "Unser Ziel ist es, ein widerstandsfähiges, leichtes Material zu entwickeln, dass auf der einen Seite unsere Anforderungen im Fahrzeugbau erfüllt, zum anderen aber auch die Umweltbelastung reduziert."

Ablagen oder Kleinteile aus Tomatenfasern

Der Gedanke hinter der Kooperation mit Ketchup-Hersteller Heinz: Die Tomatenhaut ist ein Abfallprodukt bei der Ketchup-Produktion. Und bei mehr als zwei Millionen Tonnen Tomaten, die Heinz im Jahr verarbeitet, fallen entsprechend viele Reste an. Ford ist zudem schon seit Längerem auf der Suche nach neuen Bio-Materialien, unter anderem in Zusammenarbeit mit Coca-Cola, Nike sowie Procter & Gamble. Allerdings befinde man sich bei der Forschung noch in einem sehr frühen Stadium, heißt es in der Pressemitteilung.

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