Der Vergleich von Spritpreisen in Deutschland fällt seit Dezember 2013 leichter. Verantwortlich dafür ist die Markttransparenzstelle für Kraftstoffe (MTS) des Bundeskartellamts. Die Behörde zog jetzt ein erstes Fazit der neuen Abteilung. Das fällt durchweg positiv aus.

26 Apps, die aktuelle Spritpreise an Tankstellen in ganz Deutschland anzeigen, stehen den Verbrauchern hierzulande zur Verfügung. Mit diesen technischen Hilfen können Autofahrer mitunter viel Geld sparen und die günstigste Tankstelle in ihrer Nähe ansteuern. Grundlage für den Live-Vergleich der Spritpreise in Deutschland ist die MTS des Bundeskartellamts, die im Dezember 2013 ihre Arbeit aufgenommen hat. Am Dienstag stellte Andreas Mundt, Chef der Wettbewerbsbehörde, erste einzelne Ergebnisse nach sieben Monaten Markttransparenzstelle vor.

MTS funktioniert reibungslos

"Wir haben das Instrument in wenigen Monaten an den Start gebracht. Es funktioniert reibungslos und ist sehr gut angenommen worden. Der Blick auf die App lohnt sich", sagte Andreas Mundt am Dienstag bei der Vorstellung des Kartellamt-Jahresberichts für 2013 in Bonn. Der Präsident der Behörde bezeichnet die MTS denn auch als Highlight des abgelaufenen Jahres.

14.000 Tankstellen melden ihre Preisänderungen

Mehr als 14.000 Tankstellen in Deutschland melden die Änderungen ihrer Spritpreise umgehend an die MTS. Laut Bundeskartellamt entspricht das einer weitestgehenden Marktabdeckung. Die Intention der MTS ist dabei vielfältig. Zum einen will das Kartellamt mit dieser Transparenz Preisabsprachen zwischen den verschiedenen Tankstellenbetreibern verhindern beziehungsweise aufdecken. Zum anderen sollen Autofahrer über die günstigsten Spritpreise informiert werden.

Vor allem junge Autofahrer nutzen die MTS-Daten

113 zugelassene Informationsdienste leiten die Daten der MTS an Verbraucher weiter. Und die stoßen auf großes Interesse. Im Jahresbericht des Bundeskartellamts heißt es: "Rund jeder vierte deutsche Autofahrer hat das Angebot seit dessen Einführung bereits genutzt und Benzinpreise verglichen." Vor allem bei Männern und jüngeren Autofahrern ist das Instrument zum Vergleich der Spritpreise beliebt. 30 Prozent der männlichen und 18 Prozent der weiblichen Autofahrer haben es schon einmal genutzt. In der Gruppe der 16- bis 29-Jährigen sind es 39 Prozent, die Spritpreise vor allem per App vergleichen.

Tägliche Preiszyklen sind erkennbar

Durch die MTS-Daten lassen sich tägliche Preiszyklen an den Tankstellen erkennen. Demnach gibt es pro Tag durchschnittlich eine Erhöhung der Spritpreise um neun Cent. Der Großteil der Erhöhungen erfolgt zwischen 20 und 24 Uhr. Innerhalb eines Tages lassen sich außerdem durchschnittlich vier Preissenkungen um 2,5 Cent ablesen. Einen deutlich abweichenden Wochentag, an dem die Spritpreise besonders hoch oder besonders niedrig sind, gibt es nicht - dafür aber sogenannte Preissetzungsmuster. Im Jahresbericht des Kartellamts heißt es, dass Aral und Shell sehr häufig um 20 Uhr mit den Preiserhöhungsrunden beginnen. Esso und Total ziehen dann ab 21 Uhr, und Jet ab 23 Uhr nach.

Druck auf Mineralölkonzerne

Ein ausführlicher Bericht der MTS soll im Herbst 2014 vorgelegt werden. Doch der Präsident des Bundeskartellamts zieht schon jetzt ein positives Zwischenfazit und sieht die Ziele der MTS voll erfüllt: "Je mehr Autofahrer von dem Instrument Gebrauch machen und gezielt die jeweils günstigste Tankstelle ansteuert, desto höher wird der Druck auf die Mineralölkonzerne, wettbewerbskonforme Preise zu setzen."

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