Auf Einladung der Bundesregierung haben sich in Berlin gestern und heute hochrangige Experten von Unternehmen, Wissenschaft, Gesellschaft und Politik bei der Konferenz der Bundesregierung zur Elektromobilität getroffen. Erklärtes Ziel war es im Vorfeld, die Potenziale und Voraussetzungen für mehr Elektromobilität in Deutschland zu diskutieren. Ein zentrales Thema dabei ist, wie man die Rahmenbedingungen für einen erfolgreichen Markt für Elektrofahrzeuge verbessern kann. Damit soll unter anderem dem schwachen Absatz von Elektroautos entgegengewirkt werden.

Die Frage, wie Elektroautos vor allem Privatpersonen aber auch öffentlichen Institutionen schmackhaft gemacht werden können, ist einer der wichtigsten Punkte, mit denen sich die Experten beschäftigten. Dafür fand nicht nur ein aktiver Austausch zwischen Politik und Wirtschaft statt, sondern es wurden auch neue Geschäftsmodelle diskutiert. Neue Forschungsansätze und Entwicklungen im Bereich der Elektromobilität spielten ebenfalls eine große Rolle bei der Konferenz in Berlin. In diesem Rahmen sprach sich auch Bundeskanzlerin Merkel für eine Förderung von Elektroautos aus: "Elektroautos müssen hip werden". Konkrete Ansätze ließ die Kanzlerin aber vermissen.

Mehr Elektroautos für Deutschland

Der Absatz von Elektroautos befindet sich derzeit noch nicht einmal im sechsstelligen Bereich. Stromer liegen wie Blei bei den Händlern. Ein Grund dafür sind die relativ hohen Anschaffungskosten im Vergleich zu herkömmlichen Fahrzeugen und die geringe Flächenabdeckung durch "Strom-Tankstellen". Neben einer besseren Infrastruktur müssen daher mehr Anreize für den Kauf von Elektroautos geschaffen werden. In diesem Rahmen wird deshalb unter anderem auch eine neue Sonderabschreibung für Elektroautos in Dienstflotten diskutiert und vom Finanzministerium geprüft werden.

Eine Million Elektroautos

Das ehrgeizige Ziel der Bundesregierung, in den kommenden fünf Jahren (bis 2020) rund eine Million Elektroautos auf deutschen Straßen fahren zu haben, scheint derzeit kaum realisierbar zu sein. Zieht man die Plug-in-Hybrid-Fahrzeuge ab, sind derzeit lediglich knapp 25.000 Stromer in Deutschland unterwegs. Besonders Privatpersonen sehen in den emissionsfreien Autos mehr Nachteile als Vorteile. Neben dem dünnen Netz an Stromzapfsäulen spricht vor allem die geringe Reichweite vieler Elektroautos gegen eine Anschaffung.

Hinzukommt, dass das Aufladen der Akkus deutlich länger dauert (teilweise mehrere Stunden), als ein normaler Tankvorgang an den Zapfsäulen für Benziner und Diesel. Experten fordern aus diesem Grund ein rasches Handeln. Vor allem finanzielle Kaufreize sollen geschaffen werden, die das Elektroauto attraktiver machen.

Brennstoffzellen statt Elektromobilität

Obwohl das Geschäft mit den Elektroautos noch nicht einmal richtig angelaufen ist, plant die Bundesregierung schon den nächsten Schritt in Richtung Zukunft. Dabei könnte die Brennstoffzelle die Batterie-Autos vertreiben. Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) strebt unter anderem den Ausbau der Wasserstofftankstellen an. Bis zum Jahresende sollen 50 neue Tankstellen entstehen. Zwischen 2016 und 2018 wird die Bundesregierung außerdem 161 Millionen Euro in das Nationale Innovationsprogramm Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NIP) im Mobilitätssektor investieren. Bis 2023 sollen insgesamt weitere 350 Wasserstofftankstellen entstehen.

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