Das Rätselraten um das in den Allgäuer Bergen gefundene ausgebrannte Smart-Wrack geht weiter. Nach wie vor stehen die Ermittler vor einem Haufen ungeklärter Fragen.

Der am Sonntag von einem Wanderer am Fuße des Bergs Höfats in der Nähe von Oberstdorf gefundene ausgebrannte Smart wirft auch vier Tage nach dem Fund noch viele Fragen auf. Nachdem die Polizei inzwischen den Besitzer des Fahrzeugs ermitteln konnte, ergeben sich immer mehr Ungereimtheiten, die es aufzuklären gilt.

Wie kam das Auto an den Fuß des Berges?

Laut Angaben der Polizei wurde der 30-jährige Besitzer des Smarts, der anhand einer Fahrgestellnummer ermittelt werden konnte, bisher noch nicht kontaktiert. Der Mann war am Freitag beim Versuch, den Berg zu besteigen, in Not geraten und von der Bergwacht leicht verletzt in eine Klinik gebracht worden. Über den weiteren Gesundheitszustand ist bisher nichts bekannt.

Es ist daher anzunehmen, dass der Besitzer seinen Wagen selbst am Fuße des Berges abgestellt hatte, bevor er zu seiner Wanderung aufbrach. Rätselhaft bleibt allerdings die Tatsache, dass der Smart in einem ausgetrockneten Flussbett aus groben Steinen und Geröll gefunden wurde. Wie er dort hinkam, darüber lassen sich nur Mutmaßungen anstellen.

Warum ist das Wrack komplett ausgebrannt?

Wie der Wagen Feuer fangen konnte, ist ebenfalls ungeklärt. Ob es sich um einen technischen Defekt oder Brandstiftung handelt, ist bisher nicht bekannt. Auch, dass sich ein weiterer Wanderer bei der Polizei gemeldet hat, der das Wrack bereits am Samstag entdeckt haben will, sich aber dabei "nichts gedacht" habe, brachte bisher keine Fortschritte bei den Ermittlungen.

Warum waren am Fahrzeug gestohlene Kennzeichen montiert?

Als besonders heikel stellten sich nun die am Wrack montierten Ulmer Kennzeichen heraus. Diese wurden im Rahmen einer Überprüfung nicht dem Smart zugeordnet, sondern einem anderen Fahrzeug. Tatsächlich wurden die Nummernschilder erst Anfang November von diesem auf einem Parkplatz in Ulm gestohlen. Der 30-jährige Besitzer des Smarts hatte den Wagen darüber hinaus erst im Oktober erworben. Der Vorbesitzer hatte sich in den letzten Tagen bei der Polizei gemeldet, weil er anhand von Zeitungsfotos das Auto an seinen Felgen wiedererkannt hatte.

Fragen über Fragen

Aus den jüngsten Erkenntnissen der Polizei ergeben sich jede Menge neue Fragen. Wieso waren am Fahrzeug gestohlene Nummernschilder montiert? Wie konnte der Wagen in Brand geraten? Wie kam der Smart in das unwegsame Gelände? Und wieso hat sich der Besitzer nicht selbst bei der Polizei gemeldet? Ebenso unklar bleibt, ob mit dem Feuer womöglich sogar eine Straftat vertuscht werden sollte. Wie die "Augsburger Allgemeine" berichtet, soll der 30-jährige Besitzer außerdem bereits durch Diebstahl- und Verkehrsdelikte aufgefallen sein.

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