Autofahrer können zunehmend nicht die Finger vom Smartphone lassen. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung des ACE Auto Club Europa. Die Missachtung des Handyverbots soll in Verbindung stehen mit der Zunahme an Unfällen mit ungeklärter Ursache.

Der ACE Auto Club Europa hat für die Untersuchung in ganz Deutschland an 600 Verkehrspunkten das Verhalten von Kraftfahrern beobachtet, darunter auch Ein- und Ausfahrtstraßen sowie Berufsschul- und Einkaufszentren. Im Durchschnitt wurde das Smartphone alle 2,9 Minuten hinterm Steuer in die Hand genommen. In drei Monaten wurden insgesamt 13.878 Vergehen festgestellt. "Das ist jedoch sicher nur die Spitze des Eisbergs, die Dunkelziffer liegt wesentlich höher", sagt Bruno Merz, Organisator der Initiative "Park dein Handy, wenn du fährst!". "Weil der kurze Blick auf das Smartphone in der Regel gut geht, wird die tödliche Gefahr komplett ausgeblendet", so Merz. Von einem "Reiz zum Risiko" ist die Rede.

Fahrer scheuen kein Risiko

Besonders bedenklich sei die Nutzung des Smartphones in Großstädten wie Hamburg und Berlin, wo auffällig viele Fahrer das Mobilgerät nutzen. "Gerade in der Stadt mit unübersichtlichem Kreuzungsverkehr, Fußgängern und Fahrradfahrern sollte die volle Aufmerksamkeit auf den Verkehr gerichtet sein", so Merz weiter.

Der ACE hat für die Missachtung des Handyverbots drei Hauptgründe ausgemacht: ein niedriges Entdeckungsrisiko, eine psychologische "Belohnung" - Fahrfehler gehen oft glimpflich aus - und eine fehlende Unfallstatistik. Der Automobilclub fordert daher, dass bei Unfällen polizeilich untersucht wird, ob ein Smartphone im Spiel war. Das geschehe bislang nicht.

Weitere Themen
Risikofreudige Autofahrer: Smartphone-Nutzung hinterm Steuer nimmt zu