Gelingt die Auferstehung eines gestürzten Riesen? Die insolvente Automanufaktur Wiesmann kehrt womöglich zurück ins Geschäft der Sportwagenbauer – britische Investoren machen es möglich.

Wiesmann zufolge haben die Gläubiger den beiden Geldgebern auf einer Versammlung grünes Licht gegeben. Die Investorengruppe hatte zuvor bereits die Kaufverträge für die Produktionsanlagen, Immobilien und Namens- sowie Markenrechte unterschrieben. Die Gläubiger sollen insgesamt 5,7 Millionen Euro erhalten.

Wiesmann: Made in Germany

"Der Weg ist nun frei für die Wiederaufnahme der Produktion exklusiver und aufregender Sportwagen Made in Germany", gibt sich das Unternehmen optimistisch. Ein Gericht müsse lediglich noch über einen einzelnen Widerspruch verhandeln.

Das Comeback von Wiesmann hatte sich zuletzt schon abgezeichnet: Den Gläubigern lag auch ein Angebot eines chinesischen Investors vor, berichtet "manager magazin". Obwohl der Chinese mehr Geld (acht Millionen Euro) geboten haben soll, machten zwei britische Brüder, Roheen und Sahir Berry, das Rennen.

Wiesmann will UK, Asien und Afrika beliefern

Die Automanufaktur aus Dülmen will zukünftig einen achtstelligen Betrag in die Entwicklung investieren und sich auf rechtsgelenkte Autos konzentrieren. Hier gäbe es einen großen Markt, "der neben Großbritannien auch weite Teile Asiens und Afrikas, aber auch Australien und Neuseeland beinhaltet".

Bis zur Insolvenz 2013 stand Wiesmann für seltene, kostspielige und leistungsstarke Sportwagen, denen die Symbiose aus modernster Technik und Retro-Optik gelang. Seit der Unternehmensgründung 1988 hatte Wiesmann mehr als 1.600 Luxuskarren, zumeist Roadster und Sportcoupés, verkauft. Die Preise starteten bei mehr als 100.000 Euro.

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