Obwohl die Benzinpreise im Moment den Geldbeutel weniger belasten als in der Vergangenheit: Spritpreise könnten nach Ansicht vieler Autofahrer noch viel niedriger sein. Denn auf einen Liter Kraftstoff erhebt Deutschland eine beträchtliche Anzahl von Abgaben. So setzt sich der Benzinpreis genau zusammen.

Vier große Punkte bestimmen den Preis des Sprits in Deutschland: der Produkteinstandspreis, die Deckungskosten, die Energiesteuer und die Mehrwertsteuer.

Der Produkteinstandspreis bezieht sich auf den Preis, zu welchem das Öl importiert wird. Er richtet sich nach Entwicklungen auf den internationalen Märkten und ist dementsprechend Schwankungen unterworfen.

Die Deckungskosten entfallen auf die Mineralölkonzerne. Die Summe deckt Kosten der Unternehmen und deren Gewinn ab. Ebenfalls darin enthalten ist der Anteil für den gesetzlichen Bevorratungsverband von rund einem halben Cent. Dadurch werden in Deutschland Ölreserven gebildet und unterhalten, die im Falle eine Krise für 90 Tage reichen sollen.

In der Energiesteuer (früher "Mineralölsteuer") ist seit 1999 auch die Ökosteuer enthalten. Ihre Höhe richtet sich nach der Art des Treibstoffs und dem Verwendungszweck. Umweltverträgliche Energieträger (z.B. Gaskraftstoffe) besteuert der dabei am Staat am geringsten, Diesel und Benzin am höchsten.

Der letzte Punkt, der den Spritpreis bestimmt, ist die Mehrwertsteuer. Sie wird auf den Warenpreis und die Energiesteuer erhoben.

Was bedeutet das konkret? Eine Beispielrechnung

Bei einem derzeitigen Spritpreis von 1,30 Euro für einen Liter Superbenzin, beläuft sich die Energiesteuer auf 65 Cent je Liter, die Mehrwertsteuer schlägt mit 21 Cent zu Buche, 44 Cent bleiben für die Mineralölkonzerne. Damit gehen 66 Prozent des Preises für einen Liter Superbenzin direkt an den Staat.

Bei Diesel sieht das etwas anders aus: Bei dem derzeitigen Durchschnittpreis von 1,10 Euro pro Liter entfallen 47 Cent auf die Energiesteuer, 45 Cent je Liter verbleiben bei den Mineralölkonzernen und 18 Cent müssen Autofahrer für die Mehrwertsteuer aufbringen. Aufgrund des niedrigeren Energiesteuersatzes für Diesel liegt die gesamte Steuerbelastung für einen Liter Diesel bei 58,7 Prozent. Alle Werte können Sie selbst auch auf der Seite des Bundesministeriums für Finanzen berechnen.

Neue CO2-Abgabe geplant?

Laut einem Bericht der "Bild"-Zeitung könnte aber bald wieder am Steuerrad gedreht werden: So fordert eine Expertenkommission der Bundesregierung höhere Sprit-Steuern um "finanzielle Anreize für eine Reduzierung der Verkehrsleistung" zu geben. Im Klartext bedeutet das – Sprit soll teurer werden.

Die Experten schlagen demnach die Einführung einer CO2-Abgabe vor. Dann würden Autos mit hohem Kohlenstoffdioxid-Ausstoß deutlich teurer. Beschlossen ist hier aber noch nichts, auch über die Höhe der vorgeschlagenen Abgabe ist bislang noch nichts bekannt. (mgb)

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