In Bayern wird die Strafe für das Fahren unter Alkoholeinfluss künftig härter: Laut einem Urteil des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs (VGH) wird der "Idiotentest" nach jeder Alkoholfahrt zur Pflicht.

Wer bei einer Alkoholfahrt mit weniger als 1,6 Promille erwischt wird, kommt in den meisten Fällen um eine Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU) herum. In Bayern wird das in Zukunft anders sein, wie der Bayerische Verwaltungsgerichtshof nun entschieden hat, berichtet die "Süddeutsche Zeitung". So könnte die als "Idiotentest" bekannte Untersuchung quasi zur Pflicht werden.

Auch Baden-Württemberg und Berlin handeln strenger

In dem Urteil heißt es konkret: "Nach strafgerichtlicher Entziehung der Fahrerlaubnis (…), die auf einer Teilnahme am Straßenverkehr unter Alkoholeinfluss beruht, ist im Wiedererteilungsverfahren unabhängig von der bei der Verkehrsteilnahme vorgelegenen Blutalkoholkonzentration die Beibringung eines medizinisch-psychologischen Gutachtens anzuordnen."

Nicht nur Bayern, auch Baden-Württemberg und Berlin handhaben die Regelung zur MPU strenger als die übrigen Bundesländer. Ob der Test allerdings schon nach der ersten Trunkenheitsfahrt fällig werden sollte, ist rechtlich umstritten. Laut ADAC soll die unterschiedliche Behandlung der Bundesländer in einigen Fällen schon zum Wohnortwechsel verurteilter Alkoholsünder geführt haben, nur um den Führerschein auch ohne MPU zurückzuerhalten.

MPU ist gefürchtet

Die Medizinisch-Psychologische Untersuchung wird deutschlandweit mehr als 90.000 Mal jährlich angeordnet. Sie soll darüber Auskunft geben, ob eine Person geeignet ist, ein Fahrzeug zu steuern. Laut ADAC schaffen etwa 40 Prozent der verurteilten Fahrer diesen Test nicht.

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