Es hört sich zunächst an wie ein Aprilscherz, doch es ist Realität: In den Niederlanden ist es nicht strafbar, wenn sich Fahrlehrer die Fahrstunden ihrer Schüler mit Sex bezahlen lassen. Mehrere Fahrschulen machten von dieser Praxis offenbar schon öfter Gebrauch.

Es klingt nach Prostitution, ist laut niederländischem Gesetz allerdings ein legaler Tauschhandel: Wer dort als Fahrschüler kein Geld für den Führerschein hat, kann den Fahrlehrer auch mit Sex bezahlen. Voraussetzung des skurrilen Handels ist jedoch die Volljährigkeit des Schülers und: Das Angebot muss vom Lehrer ausgehen. So berichtet es das Newsportal der niederländischen Zeitung "De Telegraaf".

Eine Fahrt für eine Nummer

In Rotterdam und Den Haag soll es nach polizeilichen Untersuchungen demnach zu mehreren solcher Fälle gekommen sein, worauf Ermittlungen wegen Verdachts auf illegale Prostitution eingeleitet wurden. In den niederländischen Städten sollen Annoncen unter dem Titel "Ritje voor en Ritje" geschaltet worden sein, was frei übersetzt "Eine Fahrt für eine Nummer" bedeutet.

Eine Sprecherin des Justizministeriums ließ allerdings mitteilen, dass das Geschäftsgebaren der Fahrschulen nicht den Straftatbestand der Prostitution erfülle, da die Fahrlehrer keinen Sex gegen Bezahlung, sondern lediglich gegen Fahrstunden anböten.

In Deutschland nicht möglich

In Deutschland könnte ein solches Geschäft vermutlich nicht zustande kommen, da es höchstwahrscheinlich den Tatbestand der Sittenwidrigkeit erfüllen würde. Wie viele Fahrschulen in den Niederlanden tatsächlich in die jetzt ans Tageslicht gekommenen Übereinkünfte verwickelt sind, ist bisher noch nicht bekannt.

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