Die Deutsche Akkreditierungsstelle hat offenbar Mängel bei den Hauptuntersuchungen von TÜV, Dekra, GTÜ und allen übrigen Prüforganisationen aufgedeckt. Das berichtet der "Spiegel". Das könnte weitreichende Folgen haben.

Die Deutsche Akkreditierungsstelle mit Sitz in Berlin "teilt mit, dass sie mit Datum vom 10.12.2015 für alle amtlich anerkannten Überwachungsorganisationen die Akkreditierung ausgesetzt hat", zitierte der "Spiegel" am Mittwoch aus einem internen Dokument.

Der Entscheidung liegt zugrunde, dass Prüfer ihre Arbeit mit Messgeräten offenbar nicht korrekt aufgezeichnet haben. Die  Prüfgesellschaften sind über die Maßnahmen offenbar schon in Kenntnis gesetzt worden.

Die Bescheid der Akkreditierungsstelle bringe das gesamte System in Gefahr, schreibt der "Spiegel". Sobald die Bescheide Bestandskraft haben, seien die zuständigen Behörden der Länder "gezwungen", den Prüfern die Anerkennung zu entziehen, heißt es in dem Kurzprotokoll eines Arbeitskreistreffens von Vertretern der Stelle und der Verkehrsministerien von Bund und Ländern.

Das Bundesverkehrsministerium kündigte am Donnerstag an, eine Arbeitsgruppe aus Ländern, Bund und den Prüforganisationen solle eine "grundsätzliche Lösung" erarbeiten.

Die Prüfgesellschaften wehren sich gegen die Vorwürfe. Die Prüforganisation Dekra teilte mit, der Vorwurf, die Zuverlässigkeit der Hauptuntersuchung sei nicht mehr gewährleistet, entbehre "jedweder Grundlage". Der Bescheid der Akkreditierungsstelle beziehe sich nicht auf eine nicht ordnungsgemäße Prüfleistung, sondern ausschließlich auf eine vermeintlich nicht vollständige Dokumentation von geeichten Prüfgeräten. (rs)

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