Wie genau funktioniert die Schummel-Software von VW, mithilfe derer Millionen Dieselfahrzeuge manipuliert worden sind? Das wollte ein Hacker wissen - und knackte den Code von Volkswagen. Die Ergebnisse präsentierte Felix Domke jetzt auf dem 32. Chaos Communication Congress (32C3) in Hamburg.

Vom 27. bis 30. Dezember ist Hamburg das Mekka der Hackerszene. Der Chaos Computer Club hat zu dem Kongress 32C3 geladen und 12.000 Experten sind dem Ruf gefolgt. Wie die "Bild"-Zeitung schreibt, nahm dies Software-Experte Felix Domke zum Anlass, die Steuerungssoftware (Electronic Control Unit - ECU) eines VW-Dieselmotors zu analysieren, die vom Zulieferer Bosch stammt. Dadurch konnte er herausfinden, wie die Reduzierung der Stickstoffoxide vonstattenging. Juristisch sei das Hacken in Ordnung, da er selbst ein betroffenes VW-Auto fahre, heißt es.

Software reduziert Einspritzung von "AdBlue"

Das Programm steuert dem Bericht nach die Einspritzung einer Harnstofflösung, bei VW "AdBlue" genannt. Diese Lösung verringert den Ausstoß von Stickoxiden. Im Testbetrieb werden so hinsichtlich einer Schadstoffreduzierung optimale Ergebnisse erzielt. Allerdings wird bei längeren Fahrten mit dem Auto und auch bei höheren Geschwindigkeiten die Einspritzung an "AdBlue" gedrosselt. In der Folge kommt es zu einem höheren Ausstoß an Schadstoffen. Domke mutmaßt, dass so die Zeit bis zum nächsten Nachfüllen der Harnstofflösung verlängert werden soll. So war es möglich, dass VW mit seinen Diesel-Fahrzeugen bei Testläufen fernab des Realbetriebs die vorgeschriebenen Abgaswerte einhalten konnte.

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