Die deutschen Autobauer befinden sich in einer der schwersten Krisen der vergangenen Jahrzehnte. Der Diesel "Made in Germany" ist entzaubert, und das macht sich langsam auch bei den Absatzzahlen der Konzerne bemerkbar. Nun soll es eine "Dieselprämie" richten.

Die Autobauer stemmen sich dem Deisel-Skandal entgegen und gewähren bis zu 10.000 Euro Dieselprämie beim Kauf eines neuen Autos. Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Wer bekommt die Prämie?

Die Prämie richtet sich an alle Besitzer eines beliebigen Diesel-Fahrzeugs der Abgasnorm Euro-1 bis Euro-4, die sich für den Kauf eines neuen Euro-6-Neuwagen entscheiden.

Welche Autobauer bieten die Prämie an?

Die großzügigste Prämie verspricht VW. Bis zu 10.000 Euro erhalten Käufer eines neuen Volkswagen oder Audi. Wer sich für eine alternative Antriebsart wie einen Erdgas- oder Elektromotor entscheidet, soll 2.380 Euro erhalten.

Daimler bietet bis zu 2.000 Euro beim Kauf eines neuen Mercedes-Benz an. Wer auf einen Smart Electric Drive umsattelt, bekommt 1.000 Euro. Die alten Autos müssen mindestens sechs Monate auf die aktuellen Besitzer zugelassen sein.

Niedrigere Rabatte haben Ford, BMW und Toyota angekündigt.

Wer zahlt die Prämie?

Die Kosten tragen die Konzerne. Sie entsorgen die alten Wagen. Die Motivation dahinter ist zweifacher Natur: zum einen soll die Prämie das Vertrauen wieder herstellen, zum anderen möchte man den Preisverfall gebrauchter Diesel stoppen.

Wie viele Autos sind betroffen?

Insgesamt kommen laut Angaben des Kraftfahrtbundesamts 6,4 Millionen in Deutschland zugelassene Autos mit den Abgasnormen Euro-1 bis Euro-4 für die Aktion in Frage.
Genaue Kosten für die Konzerne gibt es noch nicht. VW rechnet allerdings mit einem "bedeutenden Millionen-Euro-Betrag", wie Marken-Vertriebsvorstand Jürgen Stackmann mitteilte.

Welche Auswirkungen hat die Diesel-Prämie?

Zunächst ist sie ganz im Sinne der Autobauer. Sinken die Preise für Gebrauchtwägen einer Marke, entsteht dem Unternehmen ein Risiko, weil viele Wägen über Leasing-Verträge laufen.

Das heißt, dass die Unternehmen gewissermaßen immer noch Eigentümer der Fahrzeuge sind. Ökonomisch gesehen will man Schadensbegrenzung betreiben.

Hauptzweck ist allerdings laut Konzernangaben die Reduzierung der Stickoxide auf den Straßen.

Welche Kritik gibt es an der Prämie?

Hauptkritikpunkt ist, dass die Aktion eher dem Absatz neuer Diesel-Fahrzeuge dient, als dem Umweltschutz.

Laut Kritikern wäre eine alternative, kostenlose Hardware-Nachrüstung der alten Fahrzeuge auf Euro-5 oder Euro-6 Niveau besser gewesen. (luf)

Mit Material der dpa

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