Die spinnen, die Briten: Mit einer motorisierten Holzhütte hat Kevin Nicks den Rekord für fahrende Häuser gebrochen – ja, diese Disziplin gibt es tatsächlich. Mit VW-Technik unter der hölzernen Haube soll das kuriose Gefährt fast 100 Meilen pro Stunde schaffen.

Geschwindigkeitsrekorde mit Fahrzeugen gibt es wohl seit der Erfindung des Rades. Erst waren es Streitwagen, später Kutschen und irgendwann kam das Automobil. Doch der Brite Kevin Nicks pfeift auf Konventionen: Er will einen Geschwindigkeitsrekord mit seinem Haus brechen. Die Holzhütte, die er dafür verwendet, hat ein ganz besonderes Innenleben.

Holzhütte wird von ehemaligem VW Passat angetrieben

Denn wer unter das Kleid aus Holzlatten blickt, erkennt bekannte Elemente: ein älteres VW-Lenkrad, Handbremse, Schalthebel, Armaturenbrett. All das kennt man von einem Passat der Baureihe B5. Und tatsächlich: Der Tüftler machte aus einem alten VW Passat 2.8 V6 4Motion eine fahrende Hütte. Dazu entfernte er so gut wie alles, was den ehemaligen Kombi ausmachte – bis auf die Bodengruppe. Ein Gitterrohrrahmen, auf dem die Holzpaneele angebracht sind, ersetzte die Karosserie.

Das Cockpit ist großzügig bemessen: Nicks sitzt praktisch hinter der Einstiegstür und blickt auf A- und B-Säule sowie ein weit nach vorne ragendes Armaturenbrett, das mit einem Zusatzbildschirm für die Rückfahrkamera ausgerüstet ist. Die Außenspiegel hängen an den Türen. Das Gefährt soll voll straßentauglich sein und hat kürzlich sogar eine Zulassung bekommen. Doch das genügt dem Erfinder nicht: Er will damit den Geschwindigkeitsrekord für fahrende Hütten brechen. Die 190 PS des VW-Motors bilden dafür immerhin nicht die schlechteste Basis. Doch bisher reichte die Leistung nur für 88 Meilen pro Stunde (knapp 142 km/h).

Schafft das Holz die 100 Meilen pro Stunde?

Mithilfe einer zusätzlichen Lachgaseinspritzung brachte der Brite das Triebwerk jedoch bereits auf 265 PS. Das von der "UK Timing Association" offiziell gemessene Ergebnis: 99,766 Meilen pro Stunde (rund 160 km/h). Laut dem Magazin "autocar.uk" will Kevin Nicks die magische Grenze von 100 Meilen Ende dieser Woche auf einem Flugfeld in Elvington, North Yorkshire, überschreiten. Ob ihm das gelingt? Das Basisfahrzeug hat immerhin bereits über 300.000 Kilometer auf dem Tacho stehen. Einen nützlichen Tipp soll der Bastler laut "autocar.uk" bereits von einem ehemaligen Formel-1-Entwickler bekommen haben: Vertikale Flügelprofile am Heck sorgen für mehr Topspeed.

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