Dicke Luft beim Thema Diesel: Im ADAC EcoTest fallen ausländische Autohersteller mit besonders hohen Stickoxid-Emissionen (NOx) auf. Damit ist das Thema der Diesel-Updates und Hardware-Umrüstungen noch lange nicht ausgefochten. Denn trotz dieses Ergebnisses haben sich die Importeure beim Dieselgipfel Anfang des Monats erstaunlich stark zurückgehalten.

Der ADAC sieht ein großes Problem bei der Verbesserung der Luftqualität in deutschen Städten: Während sich die deutschen Autohersteller zwar zu mehr oder weniger effektiven Methoden zur Minimierung des Stickoxid-Ausstoßes ihrer Dieselfahrzeuge verpflichtet haben, bleiben die Importeure zunächst außen vor. Und damit bleibt ein gewaltiger Teil der Dieselflotte in Deutschland überraschend dreckig: Nachmessungen des ADAC EcoTests haben nämlich ergeben, dass insbesondere die Abgasreinigungen von ausländischen Autobauern erhebliches Verbesserungspotenzial haben.

Fast alle dreckig: ADAC untersucht 188 Euro-6-Diesel

Zwar zeigen die Messungen der ADAC-Experten, dass von den 188 getesteten Euro-6-Fahrzeugen so gut wie alle Modelle und Hersteller Probleme mit der Abgasreinigung haben. Doch auffällig dabei ist, dass deutsche Hersteller dabei noch verhältnismäßig gut abschneiden. Als Beispiel nennt der Automobilclub den Renault Grand Scénic 160 dCi, der innerorts mit 1.674 Milligramm pro Kilometer genauso viel Stickoxide ausstößt wie sage und schreibe 230 Fahrzeuge des Typs BMW 520d. "Für die vornehme Zurückhaltung der Importeure nach dem ersten Dieselgipfel gibt es keinen Grund", sagt der ADAC Vizepräsident für Technik, Thomas Burkhardt – die Importeure hatten es beim nationalen Dieselforum Anfang August abgelehnt, ihre Dieselmodelle nachzubessern.

Interessant dabei ist auch, dass die deutschen Hersteller im Test tatsächlich das niedrigste Schadstoff-Niveau im Flottenvergleich erreichen. Fahrzeuge der BMW-Gruppe (BMW, Mini) schneiden im Fahrversuch am besten ab, gefolgt von Modellen des Volkswagen-Konzerns (VW, Audi, Skoda), Mercedes und Opel. Der ADAC hebt zudem hervor, dass etwa Mercedes noch besser hätte abschneiden können, wenn die Schwaben nicht einige Renault-Motoren in ihrem Programm anbieten würden.

Renault, Fiat, Jeep, Ford und Hyundai bilden das Schlusslicht

Neben Renault und Dacia finden sich auch Fiat (mit Alfa und Jeep), Ford und Hyundai (mit Kia) sowie Volvo und der PSA-Konzern (Peugeot, Citroen) am Ende der Emissionstabelle. Jaguar, Mazda und Opel rangieren im Mittelfeld. Der Name Toyota findet sich in der Auswertung nicht, der ADAC begründet das mit der geringen Zahl an Dieselfahrzeugen, die die japanische Marke in Deutschland verkauft – es lasse sich somit kein repräsentativer Durchschnitt bilden.

Der Club fordert die Politik dazu auf, alle Hersteller auf verbindliche Hardware-Nachrüstungen ihrer Autos zu verpflichten. Die Softwarelösungen, zu denen sich immerhin die deutschen Hersteller verpflichtet haben, seien in ihrer Wirkung zu schwach.

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