Ein Suchtkranker hat am Wochenende die Einsatzkräfte von Bergisch Gladbach auf Trab gehalten. Seine Amokfahrt in einem gestohlenen Krankenwagen endete eingeklemmt und mit einem Crash auf einem Firmengelände. Was sich der Mann bei der Aktion dachte, ist noch unklar.

Die Feuer- und Rettungsleitstelle des Rheinisch-Bergischen Kreises war am Sonnabend in den Morgenstunden zunächst zu einem internistischen Notfall in einem Wohnheim gerufen worden. Als ein Rettungswagen und ein Notarzt den Einsatzort erreichten, erlebten die Männer aber einen riesigen Schreck: Sie wurden direkt von einem Patienten verbal und körperlich angegangen. Der Mann hatte sich mit Hammer und Zange bewaffnet.

Irrfahrt durch die Stadt

Zur Eigensicherung entfernte sich das Rettungspersonal von ihren Fahrzeugen, berichtet die Polizei. Der Angreifer nutzte die sich bietende Gelegenheit, klemmte sich hinter das Steuer des Krankenwagens und ergriff die Flucht. Direkt auf den ersten Metern beschädigte der Mann den Notarztwagen. Glück im Unglück: Die Rettungsassistenten konnten sich mit einem Sprung in eine Einfahrt in Sicherheit bringen.

Der Amokfahrer hingegen begann eine rücksichtslose Irrfahrt durch die Stadt, die ihn auf ein nahe gelegenes Firmengelände führte. Dort durchbrach er ein massives Tor und bretterte kreuz und quer über das abgesperrte Terrain. Als alarmierte Polizeibeamte vor Ort eintrafen, fanden sie den 52-Jährigen und den Krankenwagen eingeklemmt zwischen einem weiteren Tor und einer Hauswand. Der Versuch, durch eine weitere Absperrung zu fahren, war gescheitert.

Während der Mann unverletzt aus dem Wagen befreit und in Gewahrsam genommen wurde, erhielten die attackierten Rettungskräfte psychologische Betreuung. Der erst zwei Monate alte Krankenwagen wurde bei dem Ausflug massiv beschädigt.

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