Stuttgart hat noch bis einschließlich Donnerstag Feinstaubalarm ausgerufen und Autofahrer dazu aufgefordert ihre Fahrzeuge stehen zu lassen. Der Automobilclub von Deutschland AvD sieht in einem Fahrverbot allein allerdings nur einen geringen Nutzen. Es müssten noch weitere Maßnahmen ergriffen werden.

Am Montag wurde in Stuttgart ein Feinstaubwert von knapp 90 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft gemeldet. Der zulässige EU-Grenzwert liegt bei 50 Mikrogramm je Kubikmeter Luft. Um dem Feinstaubalarm entgegenzuwirken, wurden Autofahrer gebeten, auf die öffentlichen Verkehrsmittel umzusteigen und das Auto stehen zu lassen. Auch zusätzliche Komfortöfen und Holzkamine sollten ausbleiben. Umweltverbände und Bürgerinitiativen fordern bereits seit Jahren ein komplettes Autoverbot bei Feinstaubalarm. Der Automobilclub von Deutschland AvD kommt aber zu dem Ergebnis, dass eine Eindämmung des kritischen Feinstaubwertes nicht allein auf dem Rücken der Autofahrer ausgetragen werden könne.

Feinstaub-Alarm: Auch die Industrie ist gefordert

Der AvD sieht in einem vollständigen Fahrverbot keine vernünftige Maßnahme, um die Luftqualität deutlich zu verbessern. Laut der Angaben des Automobilclubs fallen lediglich 12 Prozent der Luftverschmutzung durch Feinstaub auf den Straßenverkehr zurück - nur 4 Prozent auf Autos. Selbst wenn kein Fahrzeug mehr auf Stuttgarts Straßen unterwegs wäre, würde sich der Feinstaubwert demnach also lediglich um 12 Prozent verbessern und weiterhin deutlich über dem zulässigen EU-Grenzwert liegen.

Die Hauptgründe für die Feinstaubbelastung sieht der AvD vor allem in den Emissionen, die durch Industrieanlagen verursacht werden, und in der Vielzahl der Heizungen, die derzeit in Privathaushalten auf Hochtouren laufen. In den Wintermonaten und bei ungünstiger Wetterlage kommen diese Auswirkungen besonders zum Tragen.

AvD fordert Maßnahmenkatalog

Demnach würde selbst bei einem zeitweiligen Fahrverbot und der Einrichtung von Umweltzonen auch in Zukunft der EU-Grenzwert überschritten werden. Aus diesem Grund fordert der AvD die Bundesregierung auf, eine Steuerförderung für die Nachrüstung von Diesel-Partikelfiltern und Katalysatoren einzuführen, um die Motoren sauberer zu machen. Gleichzeitig müsse das Land aber auch daran arbeiten, weitere Maßnahmen zur Feinstaubreduzierung durchzusetzen, um nicht allein den Autofahrern die Schuld an den hohen Messwerten zu geben.

Weitere Themen
Feinstaubalarm in Stuttgart: AvD hält Autoverbot allein für nicht ausreichend!