Ein Vorbild im Straßenverkehr? Das sind bei Weitem nicht alle Eltern. Ganz im Gegenteil: Manche bringen ihre Sprösslinge sogar unbewusst in Gefahr.

Wie der "Spiegel" unter Berufung auf eine Studie der französischen Stiftung VINCI Autoroutes berichtet, sind viele Eltern ihren Kindern schlechte Vorbilder, wenn es ums Autofahren geht. Selbst wenn der Nachwuchs mit an Bord ist, können einige Erwachsene ihr Temperament nicht zügeln und fluchen, verhalten sich rücksichtslos oder telefonieren sogar während der Fahrt. Immerhin: 68 Prozent der Befragten sind sich ihrer Rolle als Vorbild zumindest bewusst und versuchen langsamer zu fahren, 66 Prozent geben sich Mühe, ruhig zu bleiben. Leider klappt das allerdings nicht immer.

Verkehrsregeln werden nicht so genau genommen

Von den befragten Eltern gaben 77 Prozent an, sich nicht immer ans Tempolimit zu halten. Auch das Blinken geht bei 58 Prozent der erwachsenen Studienteilnehmer schon mal unter. Mit der Rücksicht nehmen es 38 Prozent nicht so genau und halten nicht an, wenn ein Fußgänger die Straße überqueren möchte.

Wirklich bedenklich wird es allerdings beim Thema Sicherheit. 22 Prozent - also jeder fünfte Erwachsene - kontrollieren nicht regelmäßig, ob ihr Kind korrekt angeschnallt ist. 11 Prozent verzichten auf kurzen Strecken beim Nachwuchs sogar komplett auf den Gurt - ein tödliches Risiko.

Kavaliersdelikte mit schlechter Vorbildfunktion

Obwohl inzwischen bekannt sein dürfte, dass Ablenkung im Straßenverkehr zu schweren Unfällen führen kann, scheinen viele Eltern auch bei der Aufmerksamkeit im Auto nicht voll bei der Sache zu sein. 44 Prozent der Befragten nehmen während der Fahrt das Handy zum Telefonieren in die Hand, wenn sie angerufen werden. 31 Prozent greifen selbst zum Telefon, um Dinge zu erledigen. 29 Prozent nutzen außerdem während der Fahrt das Smartphone, um Nachrichten zu verschicken. Bei den Autofahrern unter 35 Jahren sind es 42 Prozent. Einziger Lichtblick der Studie: Immerhin 78 Prozent der Erwachsenen geben an, mit ihrem Nachwuchs auf langen Autofahrten mehr Pausen einzulegen.

Für die Ergebnisse hat die Stiftung VINCI Autoroutes über 1.000 Eltern und Kinder aus den französischen Städten Rennes und Paris befragt.

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