Berlin wird elektrisch: Die Bundesregierung strebt bis zum Jahr 2020 eine Million Elektroautos an, die über deutsche Straßen rollen. Deshalb will man mit gutem Beispiel vorangehen und ab Sommer 2017 den Abgeordneten Fahrzeuge mit Kabelanschluss zur Seite stellen.

Ziel sei es, den "Einstieg in das Konzept nachhaltiger Mobilität" zu vollziehen und den CO2-Ausstoß deutlich zu senken, informierte Bundestagspräsident Norbert Lammert laut "Bild". Bis 2020 soll der Ausstoß von Kohlenstoffdioxid innerhalb der Bundestagsflotte auf 95 Gramm pro Kilometer gesenkt werden.

Ältestenrat stimmt für Elektrofahrzeuge

Der Vertrag mit dem aktuellen Fuhrpark-Betreiber läuft Ende August 2017 aus. Dieser stattet den Bundestag bislang mit rund 100 Fahrzeugen aus der oberen Mittelklasse aus. Sollten von diesen Modellen im nächsten Jahr Elektrofahrzeuge auf dem Markt sein, will man die Abgeordneten umsatteln, so die Entscheidung des Ältestenrates.

Dieser folgte damit einer Empfehlung der Inneren Kommission, nach der "das bundeseigene Unternehmen BwFuhrparkService GmbH als neuer Vertragspartner gewonnen werden soll", wie es in einem Lammert-Schreiben heißt.

Versetzung gefährdet

Geht es nach der Bundesregierung, sind in Deutschland bis 2020 eine Million Elektroautos zugelassen. Dass diese Vorgabe rechtzeitig die Ziellinie überqueren wird, ist aktuell jedoch unwahrscheinlich. Zu den 3,2 Millionen zugelassenen Pkw gehörten nur 12.363 Elektrofahrzeuge. Als größte Verkaufsbremsen gelten die hohen Anschaffungskosten bei gleichzeitig geringer Reichweite und einem dünnen Netzwerk an Ladestationen. Die Bundesregierung diskutiert deshalb auch darüber, in Zukunft weitere Kaufanreize zu schaffen.

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