Es klingt wie der Traum vieler Autofahrer: Anstelle der erlaubten Höchstgeschwindigkeit lösen Blitzer erst bei doppelt so hohem Tempo oder mehr aus. So geschehen in Israel, wo die Polizei bewusst Radaranlagen manipuliert hat, um weniger Knöllchen bearbeiten zu müssen.

Wie die Zeitung "The Times of Israel" berichtet, hat die israelische Polizei ein für rund 25 Millionen Dollar neu installiertes Blitzersystem sabotiert und reihenweise Radarfallen manipuliert, um der Schwämme an Knöllchen Herr zu werden. Das Ergebnis: Die Blitzeranlagen lösen nicht beim Überschreiten der zulässigen Höchstgeschwindigkeit aus, sondern erst bei teils absurden Geschwindigkeiten, die ein Vielfaches über dem Tempolimit liegen.

Verrückt: Tempo 250 statt 60 km/h erlaubt

Die groß angelegte Blitzersabotage geht aus einem staatlichen Bericht hervor. Darin heißt es unter anderem, dass die neu aufgestellten Blitzer Millionen an Rasern pro Jahr aufzeichnen könnten. Polizei und Gerichte wären aber lediglich in der Lage bis zu 90.000 Verstöße jährlich zu bearbeiten. Um sich aus dem Behördenwahnsinn zu befreien, haben die Beamten zu einem zugegebenermaßen sehr ungewöhnlichen Mittel gegriffen und die Radaranlagen auf eigene Faust bearbeitet.

Eine dieser Anlagen steht in Jerusalem in der Hebron Road, in der normalerweise Tempo 80 gilt. Tatsächlich löst der hier aufgestellte Blitzer aber erst ab einer Geschwindigkeit von 155 km/h aus. Noch verrückter wird es in der Metropole Tel Aviv. Im Innenstadtbereich sind 60 km/h erlaubt. Der manipulierter Blitzer schießt aber erst ab Tempo 250 ein verhängnisvolles Foto. Laut offizieller Angaben sei die Polizei bisher nicht dazu gekommen, alle Radarfallen korrekt zu justieren.

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