Eigentlich sollte sie der Elektromobilität in Deutschland neuen Schub verleihen, doch die Elektroprämie für E-Mobile und Hybridautos entwickelt sich mehr und mehr zum Flop. Nach einem halben Jahr fällt die Bilanz des Kaufanreizes ernüchternd aus.

Ursprünglich war die Elektroprämie dafür gedacht, den Verkauf von neuen Elektroautos merklich anzukurbeln. Wer sich für einen Neuwagen mit rein elektrischen oder Plug-in-Hybridantrieb entschied, sollte einen Zuschuss von 3.000 beziehungsweise 4.000 Euro erhalten – der Preiszuschlag von Autos mit alternativem Antrieb sollte damit abgemildert werden. An dieser Regelung hat sich bisher zwar nichts geändert, allerdings ziehen die Verantwortlichen nach knapp einem halben Jahr der neuen staatlichen Prämie eine ernüchternde Bilanz des Projekts.

Elektroprämie begeistert kaum jemanden

Nach rund sechs Monaten, in denen Neuwagenkäufer den Zuschuss für sich beanspruchen konnten, sind beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gerade einmal 7.370 Anträge auf einen Zuschuss gestellt worden – setzt man diese Zahl ins Verhältnis mit allen Neuzulassungen in diesem Zeitraum, ist das Ergebnis enttäuschend.

Zum Vergleich: Als die Bundesregierung 2009 die sogenannte Abwrackprämie einführte – ein Bonus in Höhe von 2.500 für alle Autokäufer, die ihr altes Fahrzeug gegen ein neues "eintauschten" – gingen bereits nach wenigen Tagen rund 150.000 Förderanträge ein. Das Prinzip beider Prämien ist dabei durchaus miteinander vergleichbar: Wer zuerst kommt, erhält auch den Zuschuss. Ist der Fördertopf leer, wird auch die Prämie wieder ausgesetzt (Windhundprinzip).

Bringen neue Modelle den erhofften Erfolg?

Das Verhalten der Käufer zeigt auch, dass die Elektroautos für viele Autofahrer noch keine sinnvolle Alternative sind, oder zumindest nicht als solche angesehen werden. Neue Modelle mit mehr Reichweite und Alltagstauglichkeit könnten allerdings mehr und mehr Autokäufer zum Umsteigen bewegen. Fahrzeuge, wie der neue Opel Ampera-e, der VW e-Golf und der Renault Zoe kommen im neuen Jahr mit deutlich größerer Reichweite auf den Markt als ihre Vorgänger. Somit könnte auch der Absatz dieser Elektroautos 2017 zulegen.

Vonseiten der Politik will man sich ebenfalls noch nicht geschlagen geben. Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) gab schon bei Einführung der Elektroprämie zu bedenken, dass die Akzeptanz von E-Autos stark mit den Bestrebungen der Hersteller zusammenhängen würde. Hinzukommt, dass beispielsweise mit der Kfz-Steuer-Befreiung für Elektroautos weitere Anreize geschaffen wurden, die sich erst etablieren müssten.

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