Im Zuge des Diesel-Skandals hat es bei der VW-Tochter Audi mehrere Razzien gegeben. Betroffen waren die Zentrale in Ingolstadt, das Audi-Werk Neckarsulm sowie offenbar einige Privatwohnungen.

Mehr als 100 Polizeibeamte und Staatsanwälte haben am Mittwoch die Audi-Zentrale in Ingolstadt und das Audi-Werk Neckarsulm durchsucht. Die Aktionen der Staatsanwaltschaften München und Stuttgart stünden im Zusammenhang mit der "Diesel-Thematik", sagte Audi-Sprecher Toni Melfi zum Auftakt der Jahrespressekonferenz des Unternehmens in Ingolstadt.

Die Staatsanwaltschaft München II hat ihre Razzien mit einem Betrugsverdacht im Diesel-Skandal begründet. Derzeit gebe es aber noch keine konkreten Beschuldigten, es werde gegen Unbekannt ermittelt. Dies teilte die Behörde am Vormittag mit. Außerdem werde geprüft, ob Audi im Zusammenhang mit dem Verkauf von rund 80.000 Dieselwagen in den USA zwischen 2009 und 2015 "strafbare Werbung" betrieben habe.

Audi-Chef Rupert Stadler ging in seiner Rede zunächst nicht auf die Thematik ein. Wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtete, sollen auch einige Privatwohnungen durchsucht worden sein.

Audi hatte in den USA Dieselautos mit einer dort illegalen Software verkauft, die niedrigere Abgaswerte angibt. Schon unmittelbar nach dem Bekanntwerden der Vorwürfe hatte die bayerische Justiz ein Prüfverfahren eingeleitet. Der Verdacht lautet auf unlauteren Wettbewerb und Betrug. Der Sprecher der Staatsanwaltschaft München II war am Vormittag nicht erreichbar.

Der Diesel-Skandal hatte das Ergebnis der VW-Tochter im vergangenen Jahr mit 1,8 Milliarden Euro belastet. Stadler sagte: "Als Konsequenz aus der Diesel-Affäre stellen wir bei Audi alles auf den Prüfstand." Die Aufarbeitung sei "noch lange nicht abgeschlossen". Aber sein Unternehmen tue alles, "dass so etwas wie die Diesel-Affäre bei uns nie wieder passiert". (dpa/fte)

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