Seit Wochen blickt Deutschland auf den ADAC - und auch die Autohersteller dürften sich dem Thema nicht entziehen können. Doch kaum ein Autobauer äußerte sich bislang öffentlich zum Skandal. Wie wird die Affäre die Beziehungen zwischen Club und Herstellern nun verändern?

Kaum eine Institution ist so schnell so stark im Ansehen gesunken wie der ADAC nach dem Manipulationsskandal um den Automobilpreis "Gelber Engel". Das beobachten auch die deutschen Autohersteller, die bis dato teilweise eng mit dem Automobilclub zusammenarbeiteten, den ADAC teilweise aber auch fürchteten. Dementsprechend gemischt dürften die Reaktionen auf den Skandal ausfallen - wenn die Hersteller sich denn öffentlich äußern würden.

Macht des ADAC wurde in der Autobranche jahrelang gefürchtet

Das gesunkene Ansehen dürfte auch die Macht des größten Automobilclubs Deutschland schmälern und die Beziehungen zur Autoindustrie verändern, prophezeit die "Welt". Mussten einige Hersteller in den vergangenen Jahren regelrecht vor dem ADAC zittern, sei der Respekt der Industrie nun deutlich gesunken. "Wir haben uns vor dem ADAC gefürchtet", zitiert die "Welt" einen früheren Spitzenmanager eines deutschen Automobilkonzerns. Diese Zeiten seien nun vorbei: "Der ADAC hat seine Machtstellung für immer verloren, ganz sicher gegenüber der Industrie und Politik", sagt der frühere Kommunikationsdirektor von Mercedes, Wolfgang Inhester, der Zeitung.

Bringt der Zehn-Punkte-Plan verlorenen Respekt zurück?

Wie sich die Beziehungen zwischen Club und Herstellern tatsächlich entwickeln werden, bleibt spannend. Schließlich haben die Autobauer auch in einigen Bereichen mit dem ADAC kooperiert und von ihm profitiert - zum Beispiel bei der Pannenhilfe, den Pannenstatistiken oder der Nutzung von Technikzentren des Clubs. Die Konflikte dürften laut "Welt" nun zunehmen, doch ein Ende der Zusammenarbeit sei nicht abzusehen: "Man kann nicht infrage stellen, was über Jahre hinweg gut funktionierte", erklärt VW der Zeitung. Nun soll der vereinbarte Zehn-Punkte-Plan den ADAC reformieren und mehr Transparenz schaffen.

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