Die Skandale beim ADAC scheinen kein Ende zu nehmen. Auch das Kerngeschäft des Automobilclubs, die Pannenhilfe, gerät zunehmend ins Visier der Kritiker. In einem fünf Jahre zurückliegenden Fall soll ein Mitarbeiter des Vereins laut der "Nordwest-Zeitung" einem liegen gebliebenen Autofahrer Wucherpreise für Benzin abgeknöpft haben.

Der ADAC droht, nach der Bekanntgabe umfangreicher Manipulationen beim "Gelben Engel" und dem Rücktritt des Präsidenten Peter Meyer im Chaos zu versinken. Als wären die "großen" Skandale nicht schon schlimm genug, gerät dieser Tage auch die Pannenhilfe des Vereins in Verruf. Einem Bericht der "Nordwest-Zeitung zufolge" musste ein ADAC-Mitglied zehn Euro pro Liter Sprit bezahlen.

Kraftstoff zum Literpreis von zehn Euro

Dem Wilhelmshavener Werner Müller ging im Jahr 2007 auf der Autobahn auf dem Weg nach Stralsund 20 Kilometer vor Erreichen des Ziels der Kraftstoff aus. Müller rief daraufhin den ADAC zur Hilfe. "Nach einer Stunde war der Pannenhelfer da. Er bot mir zehn Liter Kraftstoff an - zum Literpreis von zehn Euro."

Verdutzt über die hohen Preise verwies Müller auf seine ADAC-Mitgliedschaft. Doch genützt hat es dem liegen gebliebenen Autofahrer nicht: "Der Pannenhelfer sagte, der ADAC habe das so vorgeschrieben. Außerdem könne ich ja einen Abschleppwagen rufen, aber ich müsse auch mit einem Strafverfahren wegen Fahrlässigkeit rechnen. Das werde noch teurer." Ihm blieb daher nichts anderes übrig, als den Preis zu zahlen.

Kulanz-Rückzahlung nach Beschwerde

Später beschwerte sich Müller bei der Geschäftsführung des ADAC in München und bekam aus Kulanz 50 Euro gutgeschrieben. "Dies sei aber sonst nicht üblich. Außerdem sei es völlig korrekt, den Sprit zu diesem Preis zu verkaufen", hieß es laut Müller im Antwortschreiben des Automobilclubs.

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