Mussten manche ADAC-Mitglieder im Pannenfall länger warten als Fahrer bestimmter Automarken? Noch vor wenigen Tagen dementierte der Automobilclub diese Vorwürfe, welche die "Süddeutsche Zeitung" erhob. Doch nun rücken die Gelben Engel zumindest teilweise von ihrem Dementi ab.

Von Einzelfällen ist nun die Rede - Einzelfälle, in denen ADAC-Mitglieder länger auf Pannenhilfe warten mussten als Fahrer bestimmter Automodelle, die kein Club-Mitglied waren. Gegenüber der "Süddeutschen Zeitung" räumt ein ADAC-Sprecher jetzt mögliche Ungereimtheiten ein. Allerdings sei es keine übliche Praxis und es gäbe keine generelle Ungleichbehandlung, zitiert die Zeitung den Sprecher. In Einzelfällen könne eine missverstandene Dienstvorschrift zu solchen Fehlern geführt haben.

Lukrative, aber strenge Assistance-Verträge

Wie ehemalige Mitarbeiter gegenüber der "Süddeutschen Zeitung" berichten, wird jeder eingehende Fall in eine von vier Klassen eingeteilt - von Priorisierung ist die Rede. Während der ADAC-Sprecher weiterhin darauf beharrt, dass es keine Ungleichbehandlung gäbe, und darauf verweist, dass jeder Anrufende im Schnitt 45 Minuten auf einen Pannenhelfer warten muss, bestätigen die Ex-Mitarbeiter der Zeitung die Bevorzugung sogenannter Assistance-Kunden.

Hinter den Assistance-Verträgen stecken Vereinbarungen zwischen dem Automobilclub und bestimmten Autoherstellern. Wie der ÖAMTC der Zeitung verrät, sind in diesen Verträgen auch konkrete Zeiten vereinbart, in denen der ADAC dem Kunden der Marke helfen muss. Schafft er das nicht, werden Vertragsstrafen verhängt, so die "Süddeutsche Zeitung". Daher liegt die Vermutung nahe, dass Fahrern bestimmter Automodelle im Pannenfall priorisiert geholfen wird.

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