Mehr Wirtschaftsunternehmen als Verein: Laut einem "Spiegel"-Bericht soll der ADAC über ein Milliardenvermögen verfügen. Ist dem Automobilclub das Horten von Geld wichtiger, als die Skandale der letzten Monate aufzuklären?

Dem "Spiegel" liege ein Geheimdossier vor, das den Reichtum des ADAC offenbart. Die Bilanzsumme belief sich dem Magazin zufolge auf 3,49 Milliarden Euro im Jahr 2012. Diese enorme Summe setze sich größtenteils aus Wertpapieren (1,7 Milliarden Euro) und Immobilien (755 Millionen Euro) zusammen. Auf diversen Konten sollen weitere 404 Millionen Euro liegen.

Rechtsform auf dem Prüfstand

Laut dem "Spiegel" prüfe das Amtsgericht Münster bereits seit Wochen, ob der ADAC die Rechtsform eines eingetragenen Vereins beibehalten kann. Diese bietet dem Automobilclub zahlreiche Vorteile.

In 2012 soll der ADAC mitsamt seinen vielen Tochterfirmen einen Umsatz von 983 Millionen Euro erwirtschaftet haben. Der Gewinn lag bei 84,9 Millionen Euro. "Von seiner wirtschaftlichen Bedeutung her ist der ADAC ein großes Wirtschaftsunternehmen, gleichzeitig nutzt er aber die Freiheiten des Vereinsrechts. Das geht nicht", sagte Michael Adams, Professor für Wirtschaftsrecht an der Universität Hamburg, bereits Anfang 2014 der "Welt".

Mehr Transparenz gefordert

Adams fordert daher, dass für den Automobilclub die gleichen Regeln gelten müssen wie für alle großen Wirtschaftsunternehmen. Gemeint ist in erster Linie Transparenz, sprich: eine Offenlegung der Bilanzen. Die Transparenz dürfte auch auf der Hauptversammlung des ADAC am kommenden Samstag zur Sprache kommen. Auf dieser soll über die Zukunft des Automobilclubs diskutiert werden.

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