Selfies machen, skypen, Videos streamen: eine alltägliche Beschäftigung für viele. Eine neue Studie zeigt, dass eine alarmierende Anzahl von Smartphone-Nutzern das auch am Steuer ihres Autos tut: während der Fahrt.

Ständig vernetzt, immer erreichbar. Ein schon länger bekanntes Problem: Viele Smartphone-Nutzer wollen auch unterwegs nicht auf die gängigen Kommunikations-Apps verzichten. Doch bei einer neuen Studie des britischen "Institute of Advanced Motorist" (IAM) unter 500 Befragten hat sich ein weiterer gefährlicher Trend gezeigt: Fast jeder Zehnte (9 Prozent) nutzt sein Smartphone während der Fahrt, um sich selbst in Szene zu setzen. Bei den 18- bis 24-Jährigen gaben sogar 15 Prozent zu, innerhalb des letzten Monats während der Fahrt ein Selfie von sich gemacht zu haben. In der Altersgruppe der 25- bis 35-Jährigen sind es sogar 19 Prozent. Hinzu kommt, dass etwa 8 Prozent der Befragten schon einmal Video-Telefonie-Apps wie Skype oder FaceTime am Steuer verwendet haben – in der jüngeren Altersgruppe sind es 16 Prozent.

Risikoreicher als mit Drogen am Steuer

IAM-Chefredakteuerin Sarah Sillars appelliert an die Autofahrer, sich des Risikos bewusst zu werden und fordert deutlich höhere Strafen für die Benutzung von Smartphones und Tablets am Steuer. Eine IAM Studie von 2012 zeigte bereits, dass die Ablenkung am Steuer sogar gefährlicher sei, als eine Autofahrt unter Cannabis-Einfluss oder innerhalb des legalen Alkohol-Limits. Fahrer zeigten deutlich schlechtere Reaktionszeiten und waren teilweise nicht mehr in der Lage ihr Fahrzeug in der Spur zu halten.

Aber auch hierzulande warnen Experten vor den großen Gefahren von Smartphone und anderen elektronischen Geräten, die während der Fahrt genutzt werden. So hält der ADAC-Unfallexperte Thomas Unger beispielsweise die steigende Anzahl von Auffahrunfällen für ein eindeutiges Zeichen, dass die Smartphone-Benutzung am Steuer zunimmt.

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