Der ADAC warnt davor, dass auch hierzulande die Abgaswerte von Dieselfahrzeugen deutlich von den Herstellerangaben abweichen. In den USA ermittelt inzwischen die US-Justiz gegen Volkswagen.

Volkswagen wird in den kommenden Wochen mit den US-Behörden zu tun bekommen. Nach der Bekanntmachung der US-Umweltbehörde Epa, dass die Abgaswerte zahlreicher Diesel-Modelle von VW manipuliert wurden, nimmt jetzt die US-Justiz Ermittlungen gegen Volkswagen auf. Neben dem Justizministerium sollen laut einem Bericht des „Wall Street Journal“ auch mehrere Bundesstaaten die Angelegenheit prüfen. Selbst der US-Kongress hat angekündigt, Anhörungen zum Skandal in Erwägung zu ziehen.

Abweichungen auch in Deutschland

Nun hat der ADAC überdies bestätigt, dass auch in Deutschland die Abgaswerte der Hersteller deutlich von der Realität abweichen. Seit 2003 führt der Automobilclub jährlich den sogenannten EcoTest durch, bei dem rund 150 Fahrzeuge auf CO2-Emissionen und Schadstoffausstoß getestet werden. Dabei verfehlen auch hierzulande viele Dieselfahrzeuge die strengen Vorgaben der Euro-6-Grenzwerte, wenn auch nicht so deutlich, wie im jüngsten Skandal.

In den USA wurden bei VW Schadstoffabweichungen um den Faktor 10-40 festgestellt. Das bedeutet, dass die angegebenen Werte um das bis zu 40-Fache überschritten wurden. In Deutschland seien solche Extremfälle bisher nicht bekannt, aber auch hierzulande würde ein Faktor von 7-20 regelmäßig vorkommen.

ADAC fordert strengere Messmethoden

Der ADAC räumt ein, dass ein modernes Dieselfahrzeug lediglich um den sogenannten Conformity Factor 1,5 von den Euro-6-Grenzwerten abweichen dürfe. Das sehen die Autohersteller allerdings weltweit anders und fordern deutlich höhere Toleranzgrenzen, um bei den aufwendigen, schadstoffärmeren Dieseltechnologien Geld zu sparen.

Der ADAC ist dagegen der Ansicht, dass durch strengere gesetzliche Vorgaben moderne Clean-Diesel-Technologien bei Dieselfahrzeugen die Stickoxidwerte um 90 bis 95 Prozent senken könnten.

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