Die XF-Baureihe bekommt Familienzuwachs: Als XFR-S Sportbrake bietet Jaguar jetzt die Kombiversion seiner oberen Mittelklasse mit dem bärenstarken Fünfliter-Kompressor-V8 an. Nötig ist das eigentlich nicht - Spaß macht es aber ohne Frage.

1991 präsentierte der Opel-Tuner Irmscher mit seinem aufgepeppten Omega Caravan den schnellsten Kombi der Welt. 230 km/h und 272 PS standen damals im Fahrzeugschein. Über solche Werte können die Hersteller heute nur schmunzeln. Längst haben zum Beispiel Mercedes und Audi viel stärkere Kombis im Portfolio. Und Jaguar schrammt mit seinem XFR-S Sportbrake jetzt sogar an der 300-km/h-Mauer.

Jason Statham hätte seine Freude

Familienfreundlich, geräumig, praktisch - es gibt viele Gründe, sich für einen Kombi zu entscheiden. Tempo und Beschleunigung waren bisher eher selten als Kaufargumente zu hören. Das könnte sich mit dem Jaguar XFR-S Sportbrake ändern. Das neueste Modell der britischen Edelmarke vereint die praktischen Eigenschaften eines Kombis mit den Fahrwerten eines Sportwagens. Es wäre genau das richtige Auto für den nächsten "Transporter"-Film mit Jason Statham.

Angriff auf die Platzhirschen

Die Konkurrenz für den Jaguar XFR-S Sportbrake ist stark. Das Mercedes E 63 AMG S 4matic T-Modell und der Audi RS6 Avant sind die Platzhirsche in der eher kleinen Nische der Super-Kombis. Doch die Briten nehmen es selbstbewusst mit ihnen auf. Angetrieben wird der XFR-S Sportbrake vom Fünfliter-Kompressor-V8 mit 550 PS, der bereits im F-Type R, XJR-S und XKR-S zum Einsatz kommt. Aus dem Aggregat holt der Sport-Kombi ein Drehmoment von 680 Nm. Die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h gelingt in 4,8 Sekunden. Das ist jedoch rund eine Sekunde mehr als der Audi für diesen Sprint benötigt.

Tempo 300, aber kein Allradantrieb

In einem Punkt überragt der Jaguar XFR-S Sportbrake die Konkurrenz aber eindeutig: bei der Höchstgeschwindigkeit. Während die deutschen Kombis bei Tempo 250 die elektronische Reißleine ziehen, geht der Brite noch weiter. Erst bei 300 km/h ist endgültig Schluss. Allerdings ist Geschwindigkeit nicht alles. Den fehlenden Allradantrieb muss sich Jaguar als Minuspunkt ankreiden lassen. Dafür machen das aktive Fahrwerk, die hintere Luftfederung und das elektronische Hinterachsdifferenzial den Kombi durchaus zum Sportwagen.

Riesiges Ladevolumen

Bei all den Hochleistungswerten bleibt der Jaguar XFR-S Sportbrake immer noch ein familientaugliches Auto. Mit einer Länge von knapp fünf Metern ergibt sich bei umgelegten Rücksitzen eine fast zwei Meter lange Ladefläche. 1.650 Liter beträgt das maximale Fassungsvermögen. Praktisch: Die Heckklappe schließt und öffnet elektrisch. Außerdem gibt es im Kofferraumboden Schienen, mit denen die Ladung sicher befestigt werden kann - nicht das Unsinnigste bei rasanten Überlandfahrten oder plötzlichen Beschleunigungsvorgängen jenseits der 200 km/h.

Kein Vernunftauto

Bei all den Kombi-Eigenschaften: Ein Vernunftauto ist der Jaguar XFR-S Sportbrake nicht - will er auch nicht sein. Allein der Durchschnittsverbrauch von 12,7 Litern auf 100 Kilometern scheint aus einer Zeit, da Klimawandel und CO2-Belastung nur Nischen-Themen waren. Der Luxus-Kombi wird wohl ein Spielzeug für wenige Käufer bleiben. Das liegt auch am stolzen Preis von 110.450 Euro.

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