Lamas in der Tempokontrolle, Anwohner servieren Kaffee und ein Autofahrer beschwert sich, nicht geblitzt worden zu sein - der erste bundesweite Blitz-Marathon hat für kuriose Szenen gesorgt. Die Tempokontrollen haben die Menschen nicht kalt gelassen: Im Internet wurde kräftig diskutiert und gescherzt.

Und die Polizei attestierte: Die Leute fahren tatsächlich langsamer. Offenbar möchte niemand trotz wochenlanger Vorwarnungen unter hämischen Blicken der anderen Autofahrer an die Seite gewunken werden. Einige Unbelehrbare waren trotzdem nicht zu bremsen. Aspekte zur Blitzer-Aktion:

Massenhafte Kontrollen und Knöllchen

Vermutlich werden bis Freitagmorgen weit über eine Million Autofahrer beim ersten bundesweiten Blitz-Marathon kontrolliert worden sein. Und Zehntausende - das zeigen die Erfahrungen aus Nordrhein-Westfalen - werden trotz der intensiven Ankündigung und der Bekanntgabe der Kontrollstellen ein Knöllchen bekommen.

Lieben Lamas Laser?

In Krefeld und im 70 Kilometer entfernten Hückeswagen (beides Nordrhein-Westfalen) legten Lamas die Tempokontrollen kurzfristig lahm. Die Beamten mussten sich zunächst darum kümmern, die ausgebüxten Andentiere wieder einzufangen. Bußgelder drohen den Tieren nicht: Die Tempolimits gelten nur für Fahrzeuge.

Zuspruch aus der Bevölkerung

Die Polizei blitzt - und dankbare Anwohner servieren Kaffee dazu. In Hamburg hat sich die Bevölkerung mit den Beamten an gleich mehreren Stellen solidarisiert.

Crash-Demo

In Grevenbroich am Niederrhein demonstrierte die Polizei mit Crash-Tests die fatale Wirkung zu schnellen Fahrens: Dafür musste Dummy Holger herhalten. ADAC-Präsident Peter Meyer war auch vor Ort, der Verband unterstützt den Blitz-Marathon.

Wirkung - ja oder nein?

Was jahrzehntelange Tempokontrollen nicht bewirkt haben: Am Tag des «Blitz-Marathons» wird anscheinend langsamer gefahren, das legen die Erfahrungen aus NRW nahe. Sind bei normalen Kontrollen etwa acht Prozent der Auto- und Motorradfahrer zu schnell, sind es beim Blitz-Marathon nur drei bis vier Prozent. Fraglich bleibt, ob der Effekt nachhaltig ist.

Beschwerden

In Karlsruhe beschwerte sich ein Autofahrer bei der Polizei: Er sei nicht geblitzt worden, obwohl er mit Tempo 65 durch die Stadt gefahren sei. In NRW hatte sich ein Autofahrer beim Innenminister beschwert, 15 Minuten vor Beginn des Blitz-Marathons geblitzt worden zu sein. Dabei sei er extra früh aufgebrochen, um den Kontrollen zu entgehen.

Kritiker

Von der Piratenpartei und der FDP kam Kritik an der Aktion. Die Piraten sprachen von "Mumpitz": Die meisten Verkehrstoten gingen gar nicht auf das Konto von Geschwindigkeitsüberschreitungen. Und die Liberalen kritisierten autoritäres Volkserziehergehabe der Innenminister.

Weitere Themen
Blitz-Marathon: Kaffee und Lama