Fehlerhafte Tempomessungen sind keine Seltenheit: Jede zehnte Geschwindigkeitsmessung soll laut "Auto Bild" mit einem Fehler behaftet sein, der zur Anfechtung des Ergebnisses berechtigt. Bußgeldbescheide würden deshalb häufig zu Unrecht verschickt und Autofahrer zur Kasse gebeten. Oft sind Fehler beim Messvorgang verantwortlich für die falschen Ergebnisse.

Fehlerhafte Tempomessungen kommen vor allem dadurch zustande, dass die Geräte falsch bedient werden. Nicht selten kommt es vor, dass diese falsch aufgebaut werden oder dass die Messung an Stellen erfolgt, bei denen eine ordnungsgemäße Messung nicht sichergestellt werden kann. Aber auch Fehler bei der Auswertung der Messergebnisse tauchen immer wieder auf und führen zu nicht rechtmäßigen Bußgeldbescheiden.

Zehn Prozent aller Messungen fehlerhaft

Gegenüber der "Auto Bild" gab der Sachverständige Roland Bladt zu Protokoll, dass zehn Prozent aller Messungen fehlerhaft seien. Im Jahr erstellt der Sachverständige bis zu 300 Gutachten für Gerichte, bei denen Bußgeldverfahren anhängig sind. Demzufolge lohnt sich eine Anfechtung des Bußgeldbescheids bei berechtigten Zweifeln an der Ordnungsmäßigkeit der Messung allemal.

Sachverständige können Algorithmus nicht nachvollziehen

Und es kommt noch ein weiterer Aspekt für den Fahrer begünstigend hinzu: Die vom Gericht bestellten Sachverständigen sind häufig nicht in der Lage, ein Gutachten zu erstellen. Die Unternehmen halten nämlich den Algorithmus ihrer Messung geheim, weshalb die Sachverständigen die Messung nicht nachvollziehen können. Nicht selten nahmen Gerichte deshalb in der Vergangenheit fehlerhafte Tempomessungen an und stellten das Verfahren ein.

Besteht begründeter Verdacht dahin gehend, dass ein Bußgeld zu Unrecht verschickt wurde, wird gemeinhin geraten, einen Anwalt einzuschalten. Dieser habe Akteneinsicht und könne deshalb eventuelle Fehler, die sich aus dem Messprotokoll ergeben, ausfindig machen.

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